Feuerwehr Speyer

Gebäudebrand in Speyerer Altstadt

Eine verletzte Person und hoher Sachschaden

Am 27.11.2024, wurde die Feuerwehr Speyer zur Mittagszeit in die Lauergasse alarmiert. Über den Notruf wurden Flammen und Rauch aus einem Wohnhaus gemeldet. Es war davon auszugehen, dass sich Menschen in Lebensgefahr befanden.

Nach kurzer Zeit trafen die ersten Einsatzkräfte an der schmalen Gasse ein, in der sich das Brandobjekt befand. Es herrschte direkt Erleichterung, als der Bewohner im Freien angetroffen wurde und angab, dass sich auch sonst keine Menschen oder Tiere mehr in dem Gebäude aufhielten. Der Mann hatte aber Rauchgase eingeatmet und kam mit dem Rettungsdienst zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus.

So erleichternd die Meldung auch war, dass sich niemand mehr in Lebensgefahr bestand, so groß war die Bedrohung der Brandausbreitung. Offene Flammen schlugen aus den zerborstenen Fenstern einer Wohnung im 1. Obergeschoss und drohten auf das Dach, sowie angrenzende Gebäude überzugreifen. Dichter Rauch breitete sich aus und wurde durch den Wind auch durch offene Fenster benachbarter Häuser gedrückt. Die enge Bebauung und schmale Zugangswege, wie es in Altstädten üblich ist, bedeuteten eine zusätzliche Herausforderung.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr drangen unverzüglich mit Atemschutz in das Gebäudeinnere vor. Dort fanden sie eine Wohnung, die sich in Vollbrand befand. Sowohl über den Treppenraum, als auch das Flachdach eines Anbaus im rückwärtigen Bereich des Objekts, wurden die Flammen bekämpft. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig und das nicht nur weil in der Wohnung Temperaturen bis 800 Grad herrschten. Der Brand hatte sich auch in Zwischendecken, sowie Wandverkleidungen ausgebreitet. Die Flammen drohten also auch im Innern in den Spitzboden überzugreifen. Aber durch den bereits angesprochenen schnellen und konsequenten Angriff, der durch mehrere Trupps zeitgleich vorgenommen werden konnte, gelang es das Ausmaß der Zerstörung weitestgehend auf die ohnehin betroffene Wohnung zu begrenzen.

Parallel zu den Löscharbeiten wurden die angrenzenden Häuser geräumt und ebenfalls auf Brandausbreitung kontrolliert. Eine benachbarte Wohnung war leicht verraucht und musste quergelüftet werden. Sie blieb aber bewohnbar.

Die Löscharbeiten wurden durch die Schnelleinsatzgruppe des Speyerer Katastrophenschutzes medizinisch abgesichert. Von den Stadtwerken wurde das Brandobjekt strom- und gasfrei geschaltet. Die Polizei Speyer sicherte die gesamte Einsatzstelle ab. Zur Brandursache hat die Kriminalpolizei Ermittlungen aufgenommen. Die Brandwohnung wurde von Feuer und Rauch vollständig zerstört und ist somit unbewohnbar.

Der Speyerer Brand- und Katastrophenschutz befand sich mit 34 Einsatzkräften und 11 Fahrzeugen für mehrere Stunden im Einsatz.

Stadt Speyer, Brand- und Katastrophenschutz
27.11.2024

Feuerwehr Speyer / Verkehrsunfall mit Rettungswagen

Verkehrsunfall mit Rettungswagen

Unfall RTW und PKW Speyer, 21.11.2024
Foto: © Stadt Speyer, Brand- und Katastrophenschutz

Am Vormittag des 21.11.2024 kam es an der Einmündung St.-German-Straße / Zeppelinstraße in Speyer zu einem Zusammenstoß zwischen einem Rettungswagen und einem Pkw. Drei Unfallbeteiligte wurden dabei leicht verletzt und kamen zur weiteren Abklärung in ein Krankenhaus.

Der Rettungswagen befand sich nicht im Einsatz, sondern war auf dem Rückweg von einem Krankenhaus zu seiner Wache. Aus einer Seitenstraße kommend, rammte plötzlich ein Pkw seitlich in den Rettungswagen. An der Hinterachse getroffen kippte der RTW auf die Beifahrerseite und blieb auf einem Geländer, dass sich an dieser Stelle neben der Straße befindet, liegen.

Ein weiterer Rettungswagen, der sich in der Nähe befand, kümmerte sich unverzüglich um den verletzten Pkw-Fahrer, der ohne technische Mittel aus seinem Fahrzeug geholt werden konnte.

Unfall RTW und PKW Speyer, 21.11.2024
Foto: © Stadt Speyer, Brand- und Katastrophenschutz

Die beiden noch im verunfallten Rettungswagen befindlichen Rettungsdienstmitarbeitenden verhielten sich ausgesprochen besonnen, indem sie zunächst angeschnallt sitzen blieben. Dadurch brachten sie keine weitere Bewegung in diese äußerst instabile Lage und verhinderten ein weiteres Umstürzen, was mit großen Verletzungsrisiken verbunden gewesen wäre.

Auch die Feuerwehr war innerhalb weniger Minuten vor Ort. Da die beiden Rettungsdienstmitarbeitenden deutlich signalisierten, dass es ihnen den Umständen entsprechend gut ging, stabilisierten unsere Einsatzkräfte zunächst den Rettungswagen vor weiterem Kippen oder Wegrollen, bevor eine Seitenscheibe zerstört wurde und die Rettungsdienstmitarbeiten mit unserer Hilfe sicher aus dem Fahrzeug klettern konnten. Auch für uns war es eine Erleichterung, die beiden Sanitäter befreit und glücklicherweise nur leicht verletzt zu sehen, arbeiten wir doch immer sehr eng und kollegial mit dem Rettungsdienst zusammen.

Parallel zu der Befreiungsaktion wurde die Unfallstelle abgesichert und der Brandschutz sichergestellt. Auch ausgetretene Betriebsmittel mussten abgestreut werden. Nachdem diese Maßnahmen durchgeführt waren, richtete die Feuerwehr den Rettungswagen wieder auf, indem von einer mit einer Seilwinde gezogen wurde, während von der anderen Seite des Fahrzeuges aus mit einem Mehrzweckzug ein unkontrolliertes Kippen und aufschlagen verhindert wurde.

Unfall RTW und PKW Speyer, 21.11.2024
Foto: © Stadt Speyer, Brand- und Katastrophenschutz

Nach dem Aufrichten des Rettungswagens wurde das Ausmaß der Zerstörung erst richtig erkennbar. An beiden Fahrzeugen entstand vermutlich ein Totalschaden. Abschließend wurde noch das Geländer gerichtet, das durch den Unfall verbogen war und sonst eine Gefahr für den Straßenverkehr dargestellt hätte.

Feuerwehr und Schnelleinsatzgruppe Speyer waren mit insgesamt sieben Fahrzeugen und 22 Einsatzkräften für zirka 1,5 Stunden im Einsatz. Ermittlungen zum Unfallhergang wurden durch die Polizei Speyer durchgeführt.

Darüber hinaus gab es am Donnerstag bislang drei weitere Einsätze:

  1. Unterstützung des Rettungsdienstes als Tragehilfe nach einer Reanimation
  2. Brandmeldealarm in einem Industriebetrieb, ausgelöst durch einen verschmutzten Rauchmelder
  3. Häuslicher Rauchmelder in einer Wohnanlage, ausgelöst durch kochen

Text: Peter Eymann, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Foto: © Stadt Speyer, Brand- und Katastrophenschutz
21.11.2024

Feuerwehr Speyer

Speyer testet den Warnmittel-Mix

Am Samstag wurde in Speyer die Warnung der Bevölkerung geprobt. In diesem Zusammenhang löste der der Brand- und Katastrophenschutz ab 11:00 Uhr den gesamten Warnmittel-Mix aus, der ihm zur Verfügung steht. Darunter fallen neben dem fest verbauten städtischen Sirenennetz sogenannte mobile Sirenenanlagen für Alarmierung und Sprachdurchsagen (Mobela). Auch die Warn-Apps NINA, KATWARN und BIWAPP wurden mit einbezogen. Seit dem letzten Jahr dazugekommen und auch dieses Mal wieder Teil der Probe war das vom Bund bereitgestellte Cell Broadcast. Nachdem alle Systeme nacheinander ausgelöst wurden, konnte um 11:45 Uhr „Entwarnung“ gegeben werden.

Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Peter Eymann zeigte sich nach der Probe zufrieden: „Der heutige Probealarm mit all unseren Warnmitteln war sehr wichtig. Zum einen müssen wir regelmäßig unsere Systeme überprüfen und unsere Kollegen:innen im Umgang schulen. Zum anderen muss aber auch die Bevölkerung Warnsignale kennen, sowie Endgeräte so einstellen, dass Apps und Cell Broadcast zuverlässig vor Gefahren warnen können, auch wenn zum Beispiel das Smartphone auf „stumm“ geschaltet ist. Wir wissen genau, dass ein Warnmittel alleine oftmals nicht ausreicht, um die Bevölkerung im Gefahrenfall sicher erreichen zu können. Deshalb setzen wir auf den Mix verschiedener Systeme und haben stets das Ziel vor Augen, dass jeder Mensch mindestens von einem der Warnmittel in Gefahrenfall erreicht wird. Sei es eine Sirene, die Lautsprecherdurchsage oder das piepsende Smartphone.“ 

Abschließend konnte festgestellt werden, dass alle Warnmittel zuverlässig ausgelöst hatten. Sollte ihr Endgerät, auf dem Sie entsprechende Apps installiert haben, nichts angezeigt haben, empfehlen wir Ihnen die Einstellungen zu überprüfen. Sollten Sie dabei Hilfe benötigen, können Sie uns gerne in der Feuerwache Industriestraße besuchen. Wir unterstützen Sie gerne, soweit wir es können.

Wir danken der Firma Thor und dem Kommunalen Vollzugdienst für die Unterstützung.

Text: Feuerwehr Speyer Foto: Speyer 24 NEWs, Fundus
02.03.2024

Speyer

Stadt bündelt Informationen zur Notfallvorsorge

Die Corona-Pandemie, die Flut an der Ahr und zuletzt auch die drohende Energiemangellage haben gezeigt, dass es wichtig ist, dass das Thema Notfallvorsorge wieder stärker in der Gesellschaft verankert und das Krisenbewusstsein der Bevölkerung allgemein gestärkt wird. Um die Menschen dafür zu sensibilisieren, stellt die Stadtverwaltung Speyer ab sofort unter www.speyer.de/notfallvorsorge die wichtigsten Informationen dazu gebündelt zur Verfügung.

„Ich appelliere an die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, sich diese Informationen durchzulesen und einzuprägen – idealerweise bevor sie tatsächlich benötigt werden. Denn gerade in Krisensituationen ist es wichtig, auf vorhandene und bereits verinnerlichte Informationen zurückgreifen zu können, um auch unter Stress und in einer Ausnahmesituation zu wissen, wie man handeln muss“, unterstreicht Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler.

Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Peter Eymann ergänzt: „Stadt und Katastrophenschutz tun ihr Bestes, um auf extreme Krisenlagen gut vorbereitet zu sein und die kritische Infrastruktur zu schützen. Insgesamt kann die Bewältigung solcher Szenarien aber nur unter Mitwirkung der Bürgerschaft gelingen, die ihre Pflicht zur Vorsorge und Selbsthilfefähigkeit ernst nimmt und entsprechend vorbereitet ist“.

Welcher Sirenenton bedeutet was? Welche analogen Anlaufstellen gibt es im Falle einer langfristigen Störung der kritischen Infrastruktur? Welchen Notvorrat und welche weiteren Produkte sollte ich als Privatperson stets zu Hause vorhalten? Wohin kann ich mich wenden, wenn ich meine Energierechnung nicht begleichen kann oder anderweitig in Not gerate? Auf diese und viele weiteren Fragen gibt die neu eingerichtete Website zum Thema Notfallvorsorge Auskunft.

Bürger*innen, die Informationen oder Themenkomplexe auf der Seite vermissen, können sich gerne mit ihren Anregungen an internet@stadt-speyer.de wenden.

Stadtverwaltung Speyer
25.01.2023

Gasmangellage Speyer

Pressegespräch zur Gasnotlage und möglichen Gasmangel in Speyer

Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD), Städtischer Brand- und Katastropheninspektor Peter Eymann und SWS Geschäftsführer Wolfgang Bühring informierten über mögliche Schritte und bereits Getroffenes

Großes Interesse beim Online Pressegespräch zum Gasnotstand.

Am Freitag Vormittag informierten OB Seiler, BKI SP Peter Eymann sowie SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring über die laufenden Planungen und Vorbereitungen auf einen Gasmangel in Speyer, aber auch über bereits getroffene Maßnahmen.
Für jedermann sichtbar sind das Abschalten städtischer Beleuchtungen sowie auch die Dombeleuchtung, das Bademaxx hat bereits schon länger auf Heizen verzichtet und auch die Sauna hat ihren Betrieb auf Grund des Energiesparkurses eingestellt. Wolfgang Bühring hoffe aber darauf ,den Betrieb des Bademaxx, wenn es auch nicht zu den geschützten Kunden gehöre, möglichst lange aufrecht zu erhalten. Vom Erholungs- und Freizeitwert einmal zu schweigen, erfülle es auch wichtige Funktionen wie Schwimm- und Fitnesskurse und sei auch eine Sportstätte.

OB Seiler führte weiter aus, dass auch geschaut werde, inwieweit man die Temperatur in öffentlichen Gebäuden senken könne und weitere Sparmaßnahmen umgesetzt werden können. Angesichts der Temperaturen und der Lage sei es daher schon fast verwunderlich, dass man dennoch bereits an den Planungen des Weihnachts- und Neujahrsmarktes sei, wobei noch nicht abzusehen sei, ob es überhaupt weihnachtliche Illumination gebe, eine „abgespeckte/angepasste Version“davon oder sogar gar keine weihnachtliche Beleuchtung.

Auch die beschlossene Gasumlage (tritt am 1. Oktober in Kraft), welche die Kunden hart treffe, war ein weiteres Thema. Die genaue Höhe stehe noch nicht fest, werde aber wohl um die 8,5 Cent liegen und damit einen durchschnittlichen 4 Personenhaushalt mit Mehrkosten von 152.-€ im Monat belasten. Kleine und mittlere Einkommen werden dies, sowie die ganzen anderen gestiegenen Kosten wohl kaum allein bewältigen können, weshalb sie umso froher sei, dass die Stadt, aber auch die Stadtwerke Speyer bereits einen Härtefond aufgesetzt hätten. Dieser soll unverschuldet in Existenznotlage geratene Bürger/innen unterstützen… mehr hierzu im September. Denn schließlich sei es Aufgabe der Politik, die Menschen zu unterstützen, wo es nur ginge.

SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring berichtet davon, dass die Gaslagerfüllung im Soll liege und wohl auch bis zum Winter ihr gestecktes Ziel erreicht haben solle. Auch sei er optimistisch, dass man diesen Winter noch sicher durchkommen werde, härter werden die Winter 2023 und eventuell sogar auch noch 2024. Denn anders als in den anderen Jahren sei diesmal nicht damit zu rechnen, dass man mit noch teils gefüllten Tanks aus der Heizperiode kommen würde, sondern wohl eher an der Talsohle angekommen sei.

Bislang kämen durch Nordstream 1 noch gut 20 % des ursprünglichen Gasvolumens, die meisten Experten gehen aber davon aus, dass Russland auch diese, spätestens im Winter, einstellen wird.
Da Deutschland bereits jetzt aus Nachbarländern wie den Niederlanden, Belgien, Frankreich, aber auch Dänemark importiere, sei man als einer der direkten Nachbarn hier in einer guten Lage. Da sieht die Situation in Sachsen, aber auch Bayern schon anders aus. Da man aber in einem großen Versorgerverbund sei, würde man aber natürlich auch Gas entsprechend weiter liefern, um in jedem Fall ein leer gelaufenes Gasnetz zu vermeiden. Dies würde, sollte wieder Gas zur Verfügung stehen, wohl Wochen brauchen, um seine Funktion wieder aufzunehmen. Zusätzlich müssen alle Gasnutzungskunden noch einzeln überprüft und wieder angeschlossen werden, ein Leerlaufen des Netzes sei also in jedem Fall zu verhindern.

Er habe aber ein gutes Gefühl, ordentlich vorbereitet zu sein, wenn die Notwendigkeit kommt, handlungsfähig sein zu müssen. Auch dass man bereits unten an der Basis, wie beispielsweise dem doch kleinen Speyer, gut vernetzt und aktiv an Planungsprozessen beteiligt sei, schaffe weitere Sicherheit.
Traurig stimme ihn, dass man nun auch langsam die extrem gestiegenen Kosten doch an die Kunden weitergeben müsse. So sei das Gas, das man in der letzten Zeit einkaufe, im Vergleich zu dem von vor 1,5 Jahren, ca. um den Faktor 10 teurer. Mit dem 10fach so hohen Preis sei auch mindestens noch ein Jahr zu rechnen, es sei denn, es sollte sich doch noch etwas gravierend ändern.

Flüssiggasspeicher Gazoport in Polen

Auch die Beschaffung von elektrische Heizern sehe er kritisch, sind sie doch keine Alternative. Wenn viele/jeder einen oder mehrere Heizlüfter anschaltet, ist mit einer solchen Spitzenlast im Netz zu rechnen, dass auch dieses sehr wahrscheinlich kollabieren wird. Ein sogenanntes „Überschwappen auf das Stromnetz“ gilt es also zu verhindern. Auch ist der Strompreis kräftig gestiegen und somit habe man nicht wirklich etwas gespart, sondern eher nur noch Mehrkosten für die Beschaffung von Heizgeräten gehabt.
Hinzu komme, dass Privatkunden, ebenso wie die Blaulichtfamilie, Krankenhäuser und Altenheim, die Verwaltung und dann natürlich auch die geplanten Wärmeinseln geschützte Kunden sein, somit also in der Versorgung priorisiert werden. Alle anderen Gruppen sind nicht geschützt und würden somit zuerst vom Netz getrennt werden. Da man viele allerdings genau überwachen, sprich monitoren könne, hoffe man darauf, dass man Spitzenabnehmer von Einsparungen überzeugen könne und so auch darauf hoffe, dass diese weiter mitversorgt werden können.

Der städtische Brand- und Katastropheninspektor (BKI SP) Peter Eymann hatte vieles zu berichten. So seien er und sein Team schon seit April dabei, verschieden Szenarien durchzuplanen und das obwohl die aktive Arbeit noch gar nicht begonnen habe. Bislang laufe noch alles über die Verwaltung, mit der man aber in engem Austausch stehe und sich so gut vorbereitet fühle. Aber man müsse darüber reden und es soll klar und deutlich an die Bevölkerung weitergegeben werden. Wir wollen keine Panik machen und noch geht es uns gut, aber jeder muss seinen Teil leisten.

So waren auch er und sein Team überrascht, dass die Ausrufung der Alarmstufe bereits im Juni kam. Aber selbst die drohende Notfallstufe wäre nicht die letzte, sondern wohl eher eine Graustufe, die sie in 6 Phasen sehen würden. Wobei jede weitere Maßnahmen und Einschränkungen bedeuten würden, auf die man sich aber, seitens der Blaulichtfamilie Speyer, bereits gut vorbereitet fühle. So werden Bürgerdienste weiterhin aufrecht erhalten… aber immer weiter in Kernkompetenzen wie bspw. Feuerwehr und Katastrophenschutz zurückgefahren, je akuter die Notfallstufe wird.

Und auch die Bevölkerung muss ihren Teil leisten, wie das aussehen kann, wird sehr gut in dem angefügten PDF ab Seite 32 aufgezeigt. Aber auch unsere Großeltern sagten schon immer, Vorrat ist ein guter Rat.

Der Bevölkerungsschutz war, in Zeiten des kalten Krieges, noch sehr gut und hatte einen hohen Stellenwert. In den andauernden Zeiten des Friedens und Wohlstandes wurde dieser dann leider zurückgebaut und war fast nicht mehr existent. Erst mit der Coronapandemie hat er wieder mehr Stellenwert erhalten und wurde in den Fokus gerückt.

Auch wieder neu im Fokus ist, ob der gestiegenen Energiekosten, die Heizmöglichkeit mit Holz. So haben wir bereits schon mehrfach Polizeimeldungen geteilt ,die von gestohlenem Holz oder aber auch Betrug mit günstigen Brennholzpreisen berichten. Peter Eymann könne verstehen, dass viele sich nun auch besinnen, ja doch noch eine alte Feuerstelle oder einen Kaminabzug zu haben… diese sollte man aber AUF GAR KEINEN FALL eigenmächtig wieder in Betrieb nehmen. Gerade bei Jahren oder Jahrzehnten der Nichtnutzung müsse erst ein Schornsteinfeger vorbeikommen und den Abzug und ggf. die Feuerstelle überprüfen, nur so sei gewährleistet, dass auch ein ordentlicher Abzug gegeben ist und man nicht an einer Kohlenmonoxidvergiftung stirbt. Ganz kritisch beobachten er und seine Kollegen, dass auch davon gesprochen wird ,die Wohnung notfalls mit Kohle oder einem Grill/einer Feuerschale zu beheizen. Auch hier besteht in höchstem Maße die Möglichkeit einer Kohlenmonoxidvergiftung… von der Brandgefahr einmal ganz zu schweigen. Wer also mit dem Gedanken spiele, auch wieder auf Holzbefeuerung zu setzen, solle lieber schon jetzt vorsorgen und Termine mit dem Schornsteinfeger vereinbaren sowie Holz besorgen.

Ein Szenario, das er und seine Kollegen/innen ebenfalls durchgeplant haben sei das oben schon von Wolfgang Bühring beschriebene Leerlaufen des Gasversorgungsnetzes. Hier würde es nicht nur Wochen dauern, bis das Netz wieder funktionieren könnte, sondern noch länger, bis die Gasabnahmegeräte überprüft und wieder ordnungsgemäß angeschlossen sein. NIEMALS selbst versuchen, Gas wieder anzuschließen, sondern immer auf die Fachfirma/Stadtwerke warten. Auch die Gefahr von Stromausfällen haben sie auf dem Schirm. So sei damit zu rechnen, dass bei einem möglichen Gasausfall viele ihre elektrischen Radiatoren anwerfen oder „kreative Heizmöglichkeiten“ wie bspw. angeschaltete Herdplatten, Backöfen oder Infrarotstrahler nutzen würden. Letztere natürlich auch wieder mit extremer Brandgefahr und somit Gefahr für Leib und Leben. Deshalb bereite sich der Katastrophenschutz darauf vor, stadtweit Anlaufstellen zu schaffen, in welchen man Alarmmeldungen absetzen könne, die dann per Funk an die betroffenen Stellen weitergegeben werden können. Wo genau diese Anlaufstellen sein werden und wie das weitere Prozedere ist, wird wohl erst nach der Sommerpause visualisiert.

Für längeren Ausfall von Gas- und ggf. Stromnetz sind bereits auch Wärmeinseln geplant, die über Fernwärme betrieben werden. Der Aufenthalt darin sei für einige Stunden möglich und man solle Informationen der Stadt, Rettungsdienste und der Regierung erhalten, aber auch Ansprechpartner für Sorgen & Nöte sein sowie öffentliche Mitteilungen der Regierung, Stadt und Rettungsdiensten verbreiten.
Daher müsse das Energie/Gas sparen bereits jetzt und nicht erst beim Eintreten des Notstandes begonnen werden. Kritischer sehe auch er nicht diesen Winter sondern eher den Winter 2023/2024, da die laufenden Vorbereitungen wohl erst 2024 wenn nicht sogar erst 2025 greifen würden.
„Es wird kein kurzer Sprint sein, sondern wir stehen am Anfang eines Dauerlaufes, wenn nicht gar eines Marathons“ so Eymann.

Einen besonderen Fokus lege er daher auch auf die Empfehlungen der Bundesregierung, was das Anlegen eines 10 Tages Vorrates betrifft. Dies wird auch, neben dem Katastrophenschutz, ein besonderes Augenmerk beim Tag der Feuerwehr am 04.09.2022 sein.
Auch befänden wir uns immer noch in einer pandemischen Lage, auch wenn die Zahlen momentan glücklicherweise wieder rückläufig sein. Bei der bevorstehenden Erkältungswelle, zusätzlichen Erkältungskrankheiten durch schlechte/keine Heizung und dann einem „Dicht auf Dicht“ in Wärmeinseln ein zusätzlicher Aspekt. Deshalb müsse man schon jetzt Kernkompetenzen identifizieren und benennen, um andere Stellen dafür ggf. zurückzufahren bis ganz einzustellen. So ist der Sozialdienst, aber natürlich auch die Blaulichtfamilie und die Entsorgungsbetriebe essentiell.

Jeder einzelne kann unterstützen, indem die Selbstvorsorge von jedem umgesetzt wird und man sich auch einige Tage ohne Heizung, Strom und Lebensmittelladen versorgen kann.
Solidarität ist von allen gefragt… auch von denen, die sich alles leisten können. Es kann nicht sein, dass sich Teile irrational verhalten.
Daher auch ein Wunsch von Oberbürgermeisterin Seiler, dass gesetzliche Regelungen getroffen werdens um die soziale Spaltung weiter zu verhindern. Hier sei die Politik parteiübergreifend gefragt. Es kann nicht sein, dass alles nur auf freiwilliger Basis passiert, sondern auch gesetzliche und verbindliche Regelungen getroffen werden.
Nach der Sommerpause wird es noch einige Gesprächstermine geben und wir werden weiter über diese uns alle betreffende Thema berichten.

Lesen Sie hier über das Gasszenario und den FAQ der Bundesnetzagentur:

https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Versorgungssicherheit/aktuelle_gasversorgung/start.html

Lesen Sie hier den Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. In diesem finden Sie auch, ab Seite 32, die Notfallcheckliste inklusive einer Bevorratungsempfehlung:

https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Mediathek/Publikationen/Buergerinformationen/Ratgeber/ratgeber-notfallvorsorge.pdf?__blob=publicationFile&v=19

Text: Speyer 24/7 News,dak Lektorin: Speyer 24/7 News, ank Foto: pixabay & Archiv
13.08.2022