Kirche

Aktionstag: „Es ist 100 Sekunden vor 12“

Kirchen sprechen sich gegen Atomwaffen aus und fordern eine nukleare Abrüstung.

Speyer (lk) – Am 3. Juli werden Christinnen und Christen aus mehreren evangelischen Landeskirchen und der katholischen Friedensbewegung „pax christi“ mit einem Aktionstag „Für eine atomwaffenfreie Welt – es ist 100 Sekunden vor 12“ am Fliegerhorst Büchel in der Eifel ein Zeichen für eine atomare Abrüstung setzen.

„Wir beklagen, dass die atomare Rüstung in der Welt weiter ausgebaut wird. Wir nehmen wahr, dass auf dem Fliegerhorst in Büchel die letzten Atomwaffen in Deutschland lagern, die jetzt modernisiert werden sollen. Wir bekennen, dass die Drohung mit atomaren Massenvernichtungswaffen nicht als Mittel legitimer Selbstverteidigung angesehen werden kann“, heißt es im Aufruf zum 4. Kirchlichen Aktionstag. „Im Vertrauen auf Gottes Frieden wollen wir uns nicht länger von solchen Waffen umgeben, bedrohen und gefährden lassen.“

Der Aktionstag in Büchel beginnt am 3. Juli um 11.58 Uhr mit einer Schweigeminute. Hundert Sekunden vor zwölf, das ist die Uhrzeit, mit der die Doomsday Clock vor einer atomaren Katastrophe warnt. Im Anschluss daran wird in der Nähe des Haupttores des Fliegerhorstes ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert, in dem der Präsident von „pax christi“ Deutschland, der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, die Predigt halten wird. Mitwirken wird in diesem Gottesdienst zudem Dorothee Wüst, Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche), sowie Diakon Horst-Peter Rauguth, der Geistliche Beirat von pax christi Deutschland und Ulrich Suppus von der Hunsrücker Friedensbewegung.

Angesichts der aktuellen Schutzbestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist die Teilnehmerzahl vor Ort weiter beschränkt. Eine Anmeldung zur Teilnahme ist erforderlich. Damit aber der Gottesdienst auch außerhalb der Eifel verfolgt werden kann, ist ein Livestream vorgesehen, so dass Kirchengemeinden den Gottesdienst auch in ihrer Kirche oder im Gemeindehaus mitfeiern können. So zeigt sich der 4. Kirchliche Aktionstag in diesem Jahr vor Ort analog und digital im Netz.

Die eigentlich für den Aktionstag vorgesehenen Kultur- und Redebeiträge können vorab in kurzen Videos auf der Homepage der Projektgruppe des Kirchlichen Aktionstages (http://www.kirchengegenatomwaffen.wordpress.com) angesehen werden. Beiträge wird es geben von dem Biologen Eberhard Müller, dem Trierer Informatiker Karl-Hans Bläsius, dem Niederländer Kees Nieuwerth, Johannes David Oehler von International Campaign to Abolish Nuclear weapons (ICAN), der Lyrikerin Petra Ng´uni, der Gruppe Lebenslaute, dem Theologen Thomas Nauerth, der Vorsitzenden der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden, Christine Busch, der Direktorin des Freiburger Friedensinstitutes, Karen Hinrichs, sowie dem Liedermacher Theodor Ziegler. Die Beiträge wie der Gottesdienst werden auch nach dem Ende des Aktionstages im Netz zu finden sein.

Hintergrund: Die Projektgruppe, der Christinnen und Christen aus mehreren evangelischen Landeskirchen sowie der katholischen Friedensbewegung „pax christi“ angehören, hatte bereits 2018 und 2019 Kirchliche Aktionstage organisiert, um damit ein Zeichen für Frieden und nukleare Abrüstung auszusenden. 2018 predigte der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms vor rund 500 Menschen am Haupttor, ein Jahr später kamen mehr als 1.000 Christinnen und Christinnen zum Aktionstag, bei dem im Gottesdienst die frühere EKD-Ratsvorsitzende und hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann die Predigt hielt.

Der für den Juni 2020 geplante 3. Kirchliche Aktionstag, bei dem die westfälische Präses und stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus am Fliegerhorst in Büchel predigen sollte, wurde aufgrund der Corona-Pandemie digital durchgeführt. In Videobeiträgen sprachen sich dabei Präses Kurschus wie auch der Mainzer Bischof Kohlgraf gegen Atomwaffen aus und forderten eine nukleare Abrüstung.

Die Projektgruppe „Kirchen gegen Atomwaffen“ hatte sich im Dezember 2017 auf Initiative des badischen Forums Friedensethik gebildet. Ihr gehören derzeit Christinnen und Christen aus den Evangelischen Landeskirchen in Baden, Bayern, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, der Pfalz, Westfalen, dem Rheinland und Württemberg sowie Mitglieder der katholischen Friedensbewegung „pax christi“ an.

Infos im Internet unterhttp://www.KirchenGegenAtomwaffen.wordpress.com

Hinweis zu der Anmeldung für den Aktionstag:

Um am Gottesdienst in Büchel teilzunehmen, ist eine Anmeldung mit Adresse, Mail und Telefonnummer bis zum 21. Juni erforderlich. Die Liste mit den Namen wird gemäß der Corona-Nachverfolgungsvorschriften vier Wochen aufbewahrt. Anmeldungen an: Horst-Peter Rauguth, Kalkofenstraße 46a, 66125 Saarbrücken, Mail: hp.rauguth@paxchristi.de

21.06.2021

Vorstellung der Arbeitshilfe Institutionelles Schutzkonzept für Kindertageseinrichtungen

v.l.: Christine Lormes, Daniela Gerards, Prisca Forthofer und Stefanie Gebhardt beim Livestream.
Foto: Klaus Landry

Kaiserslautern / Speyer – Jede Kita wird bis Ende 2024 ein Institutionelles Schutzkonzept erstellen, das innerhalb der Initiative „Sicherer Ort Kirche“ des Bistums Speyer dafür sorgt, dass Kinder und Jugendliche ihre Kindertagesstätte als sicheren Ort von Kirche erleben. Die neu veröffentlichte Arbeitshilfe zur Erarbeitung eines Institutionellen Schutzkonzepts zur Prävention (sexualisierter) Gewalt wurde am 14.6.2021 per Livestream den Kita-Leitungen und Trägervertretungen vorgestellt. An den beiden Veranstaltungen nahmen 270 Teilnehmer:innen teil.

Die Bedeutung der Prävention (sexualisierter) Gewalt, von allen Formen der Entwürdigung, Diskriminierung und Verletzung der Integrität von Kindern und Jugendlichen hoben Joachim Vatter, Leiter der Abteilung Regionalverwaltungen und Kindertagesstätten in seiner Begrüßung und Generalvikar Andreas Sturm in seiner Videobotschaft an die Veranstaltungsteilnehmer:innen hervor. Als Vertreterinnen der Arbeitsgruppe stellten Christine Lormes, Präventionsbeauftragte des Bistums, Daniela Gerards, Referentin für Kindertageseinrichtungen des Diözesan-Caritasverbandes sowie Prisca Forthofer, Referentin für Kindertagesstätten beim Bistum Speyer den Gesamtzusammenhang in der Entwicklung der Themenfelder Kindeswohlgefährdung, Prävention und Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs her und führten in die wesentlichen Punkte der Arbeitshilfe Institutionelles Schutzkonzept ein.

Mit dem Institutionellen Schutzkonzept werden transparente, handlungsfähige Maßnahmen entwickelt, die die Kitas zu einem sicheren Ort weiterentwickeln. Es basiert auf einer Analyse der Schutz- und Risikofaktoren und beinhaltet einen verbindlichen Verhaltenskodex der Mitarbeitenden. Durch die Arbeitshilfe werden die Trägervertretungen und Mitarbeitenden in den Kitas durch den Prozess der Erstellung und Umsetzung geführt. Sie erhalte grundlegende Informationen, Schritte zur Erstellung des Institutionellen Schutzkonzepts und Formulierungsvorschläge sowie weiterführende Hinweise. In die Prozesse werden alle Mitarbeitenden, die Kinder und Jugendlichen und deren Eltern einbezogen; eine Verbindung zu den Institutionellen Schutzkonzepten der Pfarrei und der weiteren Gruppierungen wird hergestellt.

Eingebettet ist das Institutionelle Schutzkonzept in das Qualitätsmanagementsystem SpeQM, durch das den Trägervertretungen und Kita-Mitarbeitenden bereits weitere Dokumente und Verfahren zu den Themenfeldern Schutz des Kindeswohls und Prävention zur Verfügung stehen. Nach der Vorstellung der Arbeitshilfe kamen die Teilnehmer:innen mit den Referentinnen ins Gespräch und konnten zahlreiche Themen besprechen und Fragen stellen.

Generalvikar Andreas Sturm dankte in seiner Videobotschaft den Trägervertretungen und Mitarbeitern der Kitas, dafür, dass sie hinschauen, sich auf den Weg machen und dazu beitragen, dass die Kirche bei diesem wichtigen Thema wieder Vertrauen zurückgewinnt. Den Weg der Präventionsarbeit bezeichnete er als wichtig und alternativlos und bedankte sich für das Engagement, das die Kitas bei diesem schwierigen Thema an den Tag legen.

Die Aufzeichnung des Livestreams der Veranstaltung finden Sie hier:

An der Veranstaltung wirkten mit:
Joachim Vatter, Leiter der Abteilung Regionalverwaltungen und Kindertagesstätten,
Christine Lormes, Präventionsbeauftragte des Bistums Speyer,
Daniela Gerards, Referentin für Kindertageseinrichtungen und Fachberaterin beim Caritasverband für die Diözese Speyer,
Prisca Forthofer, Referentin für Kindertagesstätten beim Bistum Speyer,
Stefanie Gebhardt, Qualitätsbeauftragte beim Bistum Speyer,
Feilx Scherer, Referent Social Media beim Bistum Speyer sowie
Klaus Landry, die beide für die technische Ausstattung und Übertragung sorgten.

Weitere Mitglieder der Arbeitsgruppe Arbeitshilfe Institutionelles Schutzkonzept sind:
Katharina Herty, Leiterin der kath. Kita St. Maria Landau,
Ute Weis, Referentin für Kindertageseinrichtungen beim Caritasverband für die Diözese Speyer und
Margrit Sattel, Beraterin beim Kinderschutzdienst im Caritaszentrum Speyer.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an rv-kita@bistum-speyer.de

Text: Bistum Speyer Foto: Klaus Landry / Bistum Speyer
21.06.2021

Wenn das Publikum immer kleinteiliger wird

Bei den Südwestdeutschen Medientagen wurde diskutiert, wie Medien trotz vielfältiger Gruppeninteressen den gesellschaftlichen Zusammenhalt unterstützen können.

Landau (lk) – Die Evangelische Akademie der Pfalz hat letzte Woche als eine der ersten Akademien deutschlandweit wieder eine Veranstaltung auch in Präsenzform angeboten. Bei den Südwestdeutschen Medientagen konnten Interessierte wählen, ob sie im Tagungsraum des Landauer Butenschoen-Hauses Platz nehmen oder sich digital zuschalten und im Chat beteiligen wollten. Unter dem Titel „Ende des Lagerfeuers?“ diskutierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer über den Zusammenhang von medialer und gesellschaftlicher Fragmentierung, also die Zerklüftung in kleine Gruppen.

Vor 30 Jahren saßen Familien vom Jugendlichen bis zur Oma am Samstagabend gemeinsam vor dem Fernseher. Heute ist das Publikum viel kleinteiliger geworden, konsumiert Medien auf verschiedenen Plattformen und Geräten. Neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern waren auch Medienvertreterinnen und -vertreter aus der Praxis an der Debatte beteiligt, beispielsweise der Chefredakteur des Mannheimer Morgens, Karsten Kammholz, sowie die Stellvertretende SWR-Landessenderdirektorin Carla Sappok. Sie berichteten über die Herausforderung, mit vielfältigen Interessen und Bedürfnissen immer kleinteiligerer Gruppen umzugehen. Passende Angebote wollten sie sowohl im linearen Fernsehen oder der gedruckten Zeitung als auch in digitalen jüngeren Formaten auf Instagram oder in einer Fußballfan-Ecke auf der Webseite machen. Als Beispiele nannte Kammholz digitale Inhalte für Waldhof-Mannheim-Fans oder einen Podcast zum Thema Stottern. Sappok berichtete von der großen Resonanz für die bildungspolitischen Instagram-Projekte „Ich bin Sophie Scholl“ sowie „Muss das so?“ vor den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz im Frühjahr.

Der Sozialpsychologe und Publizist Harald Welzer zeigte sich skeptisch, ob Medien angesichts des digitalen Wandels ihre gesellschaftliche Integrationsfunktion weiter erfüllen können. Nach der „riesengroßen Versuchsanordnung“ der Corona-Pandemie werde es zu einem Bedeutungsgewinn analoger Begegnungen von Mensch zu Mensch kommen. Der katholische Medienethiker Klaus-Dieter Altmeppen betonte, dass neben digitalen Plattformen wie Twitter, Facebook und Instagram auch Sender, Verlagshäuser, Journalistinnen und Autoren digitaler Beiträge eine hohe Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt tragen. Kirchen müssten sich verstärkt auf Zielgruppen mit unterschiedlichem Mediennutzungsverhalten einstellen. Angesichts der Glaubwürdigkeitskrisen der Kirchen werde mediale Kommunikation immer wichtiger. Das komplette Interview mit Klaus-Dieter Altmeppen ist über den Youtube-Kanal der Akademie abrufbar.

Hintergrund: Die Südwestdeutschen Medientage sind ein Kooperationsprojekt der Evangelischen Akademie mit dem Frank-Loeb-Institut der Universität Koblenz-Landau, der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und dem Deutschen Journalistenverband Rheinland-Pfalz. 2022 sollen sie wieder mit großem Publikum stattfinden, am 29. und 30. Juni auf dem Hambacher Schloss und im Protestantischen Bildungszentrum Butenschoen-Haus.

21.06.2021

Kirche

„Netzwerk Prävention“: Mit neuem Namen für den Schutz von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen engagiert

Schwerpunkt ist die Entwicklung von Schutzkonzepten im Rahmen der Initiative „Sicherer Ort Kirche“ – Heftreihe gibt praktische Hilfestellung für die Prävention

Für Grenzverletzungen aller Art, ob verbal oder körperlich, gilt ein klares „Stopp!“
Foto: Fotolia

Im Jahr 2019 hat das Bistum Speyer den „Runden Tisch Prävention“ gegründet. Sein Ziel: Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlenen vor sexualisierter Gewalt schützen. Jetzt hat sich der Kreis einen neuen Namen gegeben: „Netzwerk Prävention“.

„Mit dem neuen Namen wollen wir deutlich machen, dass Prävention nur im Zusammenspiel aller Beteiligten gelingen kann. Jede und jeder kann und muss dazu beitragen, dass Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene in kirchlichen Gruppen, Verbänden und Einrichtungen sicher aufwachsen und leben können“, erklären die beiden Präventionsbeauftragten Christine Lormes und Olaf von Knobelsdorff. Koordiniert wird das „Netzwerk Prävention“ von einem Kreis aus derzeit 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus verschiedenen Arbeitsfeldern. Sie sind als besonders geschulte Fachkräfte ausgebildet und beraten in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern kirchliche Einrichtungen, Gruppen und Verbände zum Beispiel beim Erkennen von Risiko- und Schutzfaktoren und der Entwicklung passgenauer Schutzkonzepte.

Ein Schwerpunkt seit der Gründung war die Vorbereitung der diözesanweiten Präventionskampagne „Sicherer Ort Kirche“. Sie wurde im Januar dieses Jahres im Rahmen einer Auftaktveranstaltung mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und dem Jesuit Klaus Mertes gestartet. Einrichtungen, Verbände und Pfarreien im Bistum Speyer entwickeln Präventionskonzepte, die einen Kulturwandel zu mehr Wachsamkeit und Achtsamkeit bewirken sollen. „Wir wollen lernen, genau hinzuschauen und Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeit zu stärken“, erklärte der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zum Start der Initiative.

Das „Netzwerk Prävention“ war beteiligt an der Entwicklung einer Arbeitshilfe für die Initiative, bestehend aus acht Heften. Sie leitet die Einrichtungen, Verbände und Pfarreien an, ihr eigenes Präventionskonzept zu entwickeln. In den Heften geht es unter anderem um Schutz- und Risikofaktoren, Personalentwicklung, Verhaltensregeln, Beschwerdewege, Qualitätsmanagement und Interventionsmaßnahmen. Die Hefte können beim Bistum Speyer bestellt werden, stehen in digitaler Form aber auch auf der Internetseite des Bistums online.

Rund 2.200 kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in verschiedenen Arbeitsfeldern des Bistums Speyer haben inzwischen an Präventionsschulungen teilgenommen, von der Seelsorge bis hin zu den kirchlichen Schulen und den katholischen Kindertagesstätten. Die Einrichtungen der Jugendhilfe arbeiten mit speziellen Kinderschutzkonzepten, auch für 25 kirchliche Schulen wurden mittlerweile Präventionsfachkräfte ausgebildet. Im Bereich Schulen findet aktuell ein Kurs für besonders geschulte Fachkräfte in Zusammenarbeit mit dem Institut für Lehrerfortbildung und den rheinland-pfälzischen Bistümern statt. Anfang Juni startet eine neue Fortbildungsreihe für Mitarbeitende in der Seelsorge. Voraussichtlich im September wird ein E-Learning-Angebot für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kindertageseinrichtungen an den Start gehen.

Besonders die Abteilung Jugendseelsorge und die Verbände unter dem Dach des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) setzen seit Jahren einen klaren Schwerpunkt auf das Thema Prävention. Insgesamt 1350 ehrenamtlich Engagierte haben an den bisherigen Schulungen teilgenommen. Bei jeder großen Aktion, sei es die Ministranten-Wallfahrt nach Rom oder die 72-Stunden-Aktion, werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Schulungsangebote für das Thema Kinderschutz und Prävention eigens sensibilisiert.

Kontakt:

Koordinationsstelle Prävention
Kleine Pfaffengasse 16
67346 Speyer
Tel. 06232/102-511
Mail: praevention@bistum-speyer.de

Arbeitshilfe zur Initiative „Sicherer Ort Kirche“:

https://www.bistum-speyer.de/rat-und-hilfe/hilfe-und-praevention-von-missbrauch/praeventionsbeauftragte/heftreihe/?print=102

Weitere Informationen zum Thema Prävention:

https://www.bistum-speyer.de/rat-und-hilfe/hilfe-und-praevention-von-missbrauch/?print=194%2525252525252529

Dokumentation der Aufarbeitung des Missbrauchs und der Prävention im Bistum Speyer:

https://www.bistum-speyer.de/rat-und-hilfe/hilfe-und-praevention-von-missbrauch/dokumentation/?print=102

Text: Bistum Speyer Foto: Fotolia
25.05.2021

UNESCO-Welterbetag am Dom zu Speyer

Online-Führungen, Konzert und Fotoaktion feiern das gemeinsame kulturelle Erbe

Dom bei Nacht
Foto: © Domkapitel Speyer / Klaus Landry

In diesem Jahr ist es 40 Jahre her, dass der Dom zu Speyer auf die Liste des Welterbes aufgenommen wurde. Der bundesweite UNESCO-Welterbetag am 6. Juni steht in Speyer 2021 daher unter dem Vorzeichen des Welterbe-Jubiläums. Pandemiebedingt finden alle Veranstaltungen online statt.

Nachdem bereits im vergangenen Jahr die digitalen Angebote zum Welterbetag guten Zuspruch erfahren haben, werden diese – in Form von Online-Führungen, Live-Übertragungen in den Sozialen Netzwerken und Videos – 2021 fortgesetzt. Um 14 Uhr wird live in einer Online-Führung der Frage nachgegangen, nach welchen Kriterien der Dom 1981 zum Welterbe erklärt wurde, also welche Besonderheiten der Dom aufweist, so dass er „außergewöhnlichen, universellen Wert“ für die gesamte Menschheit besitzt. Um 15 Uhr zeigt eine Online-Präsentation die Zusammenhänge zwischen dem Dom und der jüdischen Ansiedlung im mittelalterlichen Speyer. Das christlich-jüdische Erbe ist im Zusammenhang mit dem Thema Welterbe von besonderem Interesse, da Mitte des Jahres die Entscheidung erwartet wird, ob die jüdischen Stätten in Speyer auf die Liste des UNSECO-Welterbes im aufgenommen werden. Mit diesem Punkt wird auch der Bezug zum Motto des diesjährigen Welterbetags „Solidarität und Dialog“ genommen, indem der Dom in Dialog zu den jüdischen Stätten in seiner Umgebung tritt. Um auch nachfolgende Generationen für das Thema Welterbe zu begeistern, liest Domdekan Dr. Christoph Kohl um 16 Uhr aus dem Kinderbuch „Schnippi, die Dom-Maus“. Darin geht es um die Abenteuer eines Mäusekindes, das von seinen Eltern getrennt wird und alleine den Dom erkundet. Um 17 Uhr wird in einer Live-Führung ein Ausflug zur Chorempore und zum Dachstuhl des Doms unternommen. Diese beiden Orte werden im Rahmen einer besonderen Welterbe-Führung im Laufe des Jahres erstmals auch für Gruppen zugänglich sein. Die Online-Führungsformate sind ohne Voranmeldung und kostenfrei über das Konferenzsystem BigBlueButton zugänglich. Die entsprechenden Links sind auf der Homepage des Doms zu finden. Kurze Live-Einblicke gibt es darüber hinaus auch auf den Social Media Plattformen des Doms.

Blick in den Dom von der Sängerempore
Foto: © Domkapitel Speyer / Klaus Landry

Der Dombauverein wird bereits am Vortag, Samstag, 5. Juni, auf den UNESCO-Welterbetag hinweisen und über sein Engagement zur Erhaltung des Dom informieren. Dazu wird der Verein mit einem Stand auf dem Speyerer Wochenmarkt präsent sein und „Dombausteine“ verkaufen: das sind Produkte wie Domwein, Taschen, Holzanhänger und Marmeladen, deren Verkaufserlös dem Dom zu Gute kommt.  Die Arbeit des Vereins trifft dabei das Motto des Welterbetags „Solidarität und Dialog“, da er das bürgerschaftlichen Engagement vieler Menschen bündelt, ohne das der Dom nicht bestehen könnte.

Zum feierlichen Abschluss des Welterbetages findet am Abend ab 20 Uhr ein Konzert des Deutschen Kammerchors mit jüdischer Synagogalmusik statt, das live aus dem Dom übertragen wird. Mit diesem Konzert nimmt der Dom zu Speyer am UNESCO-Welterbetag abermals Bezug zum jüdischen Erbe, getreu dem Motto des Welterbetags „Solidarität und Dialog“. Das Projekt „Haschiwenu: Bringe uns zurück“ nimmt die Zuhörer mit auf eine Reise durch das jüdische Festtagsjahr, auf der ein breiter Querschnitt des Repertoires zu erleben sein wird, welches an den Synagogen Deutschlands bis zur Shoa erklungen ist. Die Vielfalt und Bedeutung dieses kulturellen Erbes wird so musikalisch erlebbar. Das Konzert wird live auf den Facebook Seiten und den Youtube Kanälen von Dom und Dommusik übertragen. Ermöglicht wird das Konzert des Deutschen Kammerchors durch die finanzielle Förderung von #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland e.V.  aus Mitteln das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat“.

Deutscher Kammerchor
Foto: Mathu Seichter

Wer den Speyerer Dom als Welterbestätte besucht oder besucht hat, kann an einem Fotowettbewerb der deutschen UNESCO-Kommission teilnehmen und eine „Goodie-Bag“ mit Artikeln verschiedener deutscher Welterbestätten gewinnen. Informationen und Teilnahme unter  www.unesco-welterbetag.de/fotoaktion

Zum Hintergrund: UNESCO-Welterbetag 2021

Der UNESCO-Welterbetag findet bundesweit immer am ersten Sonntag im Juni statt. Die Deutsche UNESCO-Kommission und der Verein UNESCO-Welterbestätten Deutschland haben den Aktionstag 2005 ins Leben gerufen. In Sonderführungen und Vorträgen, Mitmachangeboten, Ausstellungen und speziellen Erlebnisaktionen für Kinder bekommen die Besucherinnen und Besucher sowie die Anwohnerinnen und Anwohner einen unmittelbaren Eindruck davon, was Welterbestätten so einzigartig macht: Die 46 Welterbestätten in Deutschland bieten dann einen Blick hinter ihre Kulissen und machen so die Geschichte der Menschheit und die Wunder der Natur erlebbar. Der Aktionstag steht 2021 unter dem  Themenschwerpunkt „Solidarität und Dialog“.

Logo 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland

Dialog, Austausch und Zusammenarbeit über Grenzen hinweg prägen das Grundverständnis und bilden die tragenden Pfeiler der UNESCO-Welterbekonvention. 1972 wurde das Übereinkommen in Folge einer bis dahin beispiellosen internationalen Hilfsaktion zur Rettung der ägyptischen Tempel von Abu Simbel verabschiedet. Seither ist es eines der erfolgreichsten Instrumente der internationalen Zusammenarbeit weltweit. Heute sind die Grundgedanken der Solidarität und des Dialogs gesellschaftsrelevanter denn je – sowohl für den nachhaltigen Erhalt und das Management von Welterbestätten, als auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Anlässlich des UNESCO-Welterbetags 2021 stellen die Welterbestätten in Deutschland gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Verein UNESCO-Welterbe Deutschland den solidarischen Grundgedanken der Welterbekonvention in den Mittelpunkt der digitalen und analogen Veranstaltungen. Mit vielfältigen und innovativen Formaten sind die Stätten dazu eingeladen herauszuarbeiten, wie und warum Welterbestätten den Zusammenhalt der Gesellschaft stärken und den gemeinsamen Dialog fördern.

Schnippi, die Dommaus
Zeichnung: Helmut Schollenberger

Das Programm im Überblick:

Sonntag, 6. Juni, UNESCO-Welterbetag

Kurze Live Streams gibt es den Tag über auf den Social Media Kanälen des Doms

https://www.facebook.com/SpeyererDom

https://www.instagram.com/dom_zu_speyer/

Eigens für den Tag produzierte Kurzfilme sind über den Youtube Kanal des Doms und die Seite der UNESCO-Kommission abrufbar:

https://www.unesco-welterbetag.de/videos

Text: Bistum Speyer Foto: (1 & 2) Domkapitel Speyer / Klaus Landry; (3) Mathu Seichter; (5) Helmut Schollenberger
25.05.2021

Kirche

Mit Posaunen, Orgel und Sopran

Der Ludwigshafener Dekanatskirchenmusiktag findet digital als Video-Stream statt.

Ludwigshafen (lk)Am Sonntag, dem 7. Februar 2021, findet um 17 Uhr der digitale Dekanatskirchenmusiktag aus der Ludwigshafener Apostelkirche statt. Er wird auf dem YouTube-Kanal der Landeskirche übertragen. Posaunen, Gesang und Orgelspiel sind eingebettet in einen Gottesdienst. Dieser ist vorab ohne Gäste und Mitwirkung der Bläser aufgezeichnet worden.

Die Ludwigshafener Dekanin Barbara Kohlstruck übernimmt die Liturgie und die Predigt. Die musikalische Gestaltung liegt bei der Sopranistin Stefanie Freiburg und Bezirkskantor Tobias Martin an der Orgel. Zudem werden Einzelaufzeichnungen von Mitgliedern der Posaunenchöre der Kirchenbezirke Speyer und Ludwigshafen unter der Leitung von Landesposaunenwart Christian Syperek eingespielt.

Veranstaltung auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=EkDs3K6LpKo&feature=youtu.be

22.01.2021

Online-Schülertage des Bistums Speyer starten am kommenden Montag

Video-Gesprächsangebote vom 25. Januar bis 4. Februar

Speyer – Rund 170 Schülerinnen und Schüler werden an den digitalen Schülertagen des Bistums Speyer vom 25. Januar bis 4. Februar teilnehmen. Aufgrund der Pandemielage findet die Veranstaltung unter dem Motto „Meine Diözese“ ausschließlich online statt. Per Videogespräch haben die Oberschülerinnen und –schüler die Chance, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus ganz unterschiedlichen kirchlichen Arbeitsbereichen der Diözese über verschiedene Themen zu diskutieren und so Kirche aus verschiedenen Blickwinkeln kennenzulernen. Auch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Generalvikar Andreas Sturm werden sich wieder den Fragen der Schülerinnen und Schüler stellen.

„Auch wenn wir die Veranstaltung in diesem Jahr bedingt durch die Pandemie nur in einem kleineren Rahmen als in den Jahren zuvor durchführen können, war ist es uns wichtig, den Schülerinnen und Schülern Einblicke in das Bistum zu ermöglichen und einen Austausch anzubieten. Wir freuen uns und sind gespannt auf die Begegnung mit den Schülerinnen und Schülern im digitalen Raum“, sagen die beiden Organisatoren der Schülertage und Referenten für Religionspädagogik, Simone Krick und Bernhard Kaas.

Entsprechend ihrer persönlichen Interessen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit jeweils zwei von insgesamt zehn Themenschwerpunkte für die Videogespräche auszuwählen. Auf dem Programm stehen Themen wie „Ist unsere Welt noch zu retten“, „Prävention sexualisierter Gewalt“, „Wozu bin ich berufen?“, „Umgang mit Tod und Trauer“, „Feminismus in der katholischen Kirche“ oder „Caritas: Not sehen und handeln“. Zum ersten Mal dabei sind die Referenten des Bereichs Seelsorge in der Arbeitswelt mit dem Thema „Jeder Mensch ist mehr wert…“. Neu ist auch ein Angebot zur Notfallseelsorge und Krisenintervention.

Kontakt:

Oberstudienrätin Simone Krick
Bischöfliches Ordinariat Speyer
Große Pfaffengasse 13
67346 Speyer
mobil: 0151 14880069
E-Mail: simone.krick@bistum-speyer.de

Oberstudienrat Bernhard Kaas
Bischöfliches Ordinariat Speyer
Große Pfaffengasse 13
67346 Speyer
mobil: 0151 14880039
E-Mail: bernhard.kaas@bistum-speyer.de

Bistum Speyer
22.01.2021

Debatte um digitales Abendmahl

Die Evangelische Akademie der Pfalz und seine Kooperationspartner diskutieren in der digitalen Veranstaltung „Digital – parochial – global?!“ mit Fachleuten über das digitale Abendmahl.

Landau (lk) – Angesichts zunehmender kirchlicher Online-Aktivitäten gibt es neue Antworten auf die Fragen, wer, wo und was Kirche ist. Besonders hitzig wird debattiert, wenn es um die Möglichkeit eines digitalen Abendmahls geht. Fachleute diskutieren darüber am 29. Januar von 11 bis 17 Uhr in einem Workshop der digitalen Zoom-Konferenz-Reihe „Digital – parochial – global?! Ekklesiologische Perspektiven im Digitalen“. Veranstalter sind die Evangelische Akademie der Pfalz, die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) und die Evangelische Akademie im Rheinland.

Die Experten werden außer grundsätzlichen Fragen der digitalen Kirche den digitalen Wandel insgesamt in den Blick nehmen. Referenten sind Jochen Cornelius-Bundschuh, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden; Christoph Markschies, Kirchenhistoriker und Präsident der Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften; Friederike Nüssel, Ökumenewissenschaftlerin aus Heidelberg und Frank Vogelsang, Direktor der Evangelischen Akademie im Rheinland.

Ein weiterer Workshop der Reihe findet am 9. April von 11 bis 17 Uhr mit dem Schwerpunkt „Amt und Gemeinschaft“ statt. Zudem sind die Workshops Teil einer Reihe zur digitalen Ekklesiologie, die in eine theologische Tagung am 17. und 18. Juni 2021 in Landau mündet.

Anmeldung über den Kontakt auf der Webseite https://www.eapfalz.de/veranstaltungen/programm/digitale-ekklesiologie0/

22.01.2021

Erinnern – Gedenken – Mahnen: Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Digitale Gedenkfeier am Mittwoch, den 27. Januar 2021

Anlässlich des 100. Geburtstages von Sophie Scholl am 9. Mai 2021 wird online gemeinsam der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.           
Die Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Kirche der Pfalz, die Deutsch-Israelische Gesellschaft, die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz, die Katholische Erwachsenenbildung der Diözese Speyer und die Stadt Speyer laden zur öffentlichen Gedenkfeier ein. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, den 27. Januar 2021 um 18:00 im digitalen Format statt, da pandemiebedingt derzeit keine Präsenzveranstaltungen möglich sind.

Als Bundespräsident Roman Herzog im Jahr 1996 den 27. Januar zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus erklärte, betonte er: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist wichtig, eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

Auf dieser Basis gestalten Schülerinnen der Edith-Stein-Realschule, des Edith-Stein-Gymnasiums, des Hans-Purrmann-Gymnasiums und des Gymnasiums am Kaiserdom gemeinsam mit der Oberbürgermeisterin der Stadt Speyer, Stefanie Seiler, die Gedenkfeier. Die musikalische Gestaltung erfolgt durch eine Schülerin und einen Lehrer des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums.

„Den Opfern des Nationalsozialismus wurde unvorstellbares Leid zugefügt – fernab jeglicher Menschlichkeit. Umso wichtiger sind Gedenkveranstaltungen wie diese, damit wir uns regelmäßig daran erinnern, dass solche Grausamkeiten nie wieder passieren dürfen. Zu verhindern, dass Menschen auf Merkmale wie Religion, Herkunft oder Hautfarbe reduziert werden, ist unser aller Aufgabe“, betont Stefanie Seiler.

Der Zugang zur Gedenkfeier erfolgt über den Link https://konferenz.bbb3.de/b/keb-t2q-3y6-lzm, der auch auf den Homepages der Katholischen Erwachsenenbildung Diözese Speyer unter www.keb-speyer.de sowie der Stadt Speyer unter www.speyer.de abrufbar ist.
Die geplanten Begleitveranstaltungen zur Gedenkfeier im Januar 2021 mussten abgesagt werden. Eine Neuterminierung in der ersten Maihälfte wird derzeit geprüft.

Weitere Informationen bei:

Text: Gemeinsame Pressemitteilung der Katholischen Erwachsenenbildung der Diözese Speyer und der Stadt Speyer Foto: Speyer 24/7 News
22.01.2021

Gedenktag des seligen Paul Josef Nardini am 27. Januar

Pontifikalamt im Dom zu Speyer auch im Livestream

Speyer – Am 27. Januar gedenkt das Bistum Speyer des seligen Paul Josef Nardini (1821 – 1862). Er wirkte als Priester im westpfälzischen Pirmasens. Um der Armut und der Not in der jungen Industriestadt zu begegnen, gründete er 1855 die Schwesterngemeinschaft der „Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie“ (Mallersdorfer Schwestern). Die Ordensfrauen nahmen sich der verwahrlosten Kinder in seiner Pfarrei an und kümmerten sich um alte und kranke Menschen. Auch heute sind die Ordensschwestern an vielen Orten in Deutschland, Rumänien und Südafrika tätig.

Paul Josef Nardini starb am 27. Januar 1862 im Alter von nur 40 Jahren. Sein Lebenswerk und sein Glaubenszeugnis aber blieben unvergessen. Im Jahr 2006 wurde Paul Josef Nardini selig gesprochen. In diesem Jahr 2021 jährt sich der Geburtstag des Seligen zum 200. Mal.

Im Speyerer Dom findet zum Gedenktag am Mittwoch, 27. Januar, um 8 Uhr ein Pontifikalamt mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann statt, zu dem die Mitarbeiter des Bischöflichen Ordinariats und des Diözesan-Caritasverbandes besonders eingeladen sind. Eine Reliquie in der Katharinenkapelle des Domes erinnert an den Seligen.

Aufgrund der Corona-Pandemie wird um eine Anmeldung unter pfarramt.speyer@bistum-speyer.de; Tel 06232/102 140 gebeten.

Der Gottesdienst im Dom wird auch über die Social Media Kanäle von Bistum und Dom online übertragen.

Link zur Online-Übertragung:
https://youtu.be/rSOsCyLyK68

Weitere Informationen zum seligen Paul Josef Nardini:
www.nardini.de

Weitere Informationen zum Orden der „Armen Franziskanerinnen von der Hl. Familie“:
https://www.mallersdorfer-schwestern.de

Bistum Speyer
22.01.2021

Bistum Speyer startet Initiative „Sicherer Ort Kirche“

Auftaktveranstaltung mit Pater Klaus Mertes mit großer Beteiligung – Arbeitshilfe gibt Anregungen für Gespräche in Einrichtungen, Verbänden und Pfarreien

Das Bistum Speyer hat mit einer digitalen Auftaktveranstaltung am Samstag die diözesanweite Initiative „Sicherer Ort Kirche“ gestartet. Sie dient dem Schutz von Kindern, Jugendlichen und hilfebedürftigen Erwachsenen vor sexuellem Missbrauch. Die Einrichtungen, Verbände und Pfarreien des Bistums werden Präventionskonzepte entwickeln, die einen Kulturwandel zu mehr Wachsamkeit und Achtsamkeit bewirken sollen. „Wir wollen lernen, genau hinzuschauen und Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeit zu stärken“, erklärte der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zum Start der Initiative. Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem gesamten Bistum nahmen an der Auftaktveranstaltung teil.

Pater Klaus Mertes: „Falsche Mythen in den Köpfen machen uns blind“

„Wie kann es sein, dass Täter jahrelang Kinder missbrauchen und niemand merkt es?“ Diese Frage setzte der Jesuit Pater Klaus Mertes an den Anfang seines Impulsreferats. Mertes hatte 2010 die Missbrauchsfälle am Berliner Canisius-Kolleg publik gemacht. Prävention beginnt für ihn mit der Bereitschaft, „besser hinzuschauen, aufmerksamer hinzuhören, die eigene Blindheit zu überwinden und Symptome als Symptome wahrzunehmen“. Notwendig sei, sprachfähig zu werden und dabei klare Begriffe zu verwenden. Er unterschied zwischen einer Grenzverletzung, die zum Beispiel auch sprachlich geschehen könne, einem Übergriff, der dann gegeben sei, wenn die Grenze eines anderen im Wissen um die Grenze bewusst überschritten wird, und dem eigentlichen sexuellen Missbrauch, bei dem eine asymetrische Machtbeziehung und eine systematische Planung hinzukämen. Den Missbrauch bezeichnete Mertes als „schwerwiegendes Verbrechen an jungen Menschen“.

Die Blindheit gegenüber den Anzeichen für einen Missbrauch führte Mertes auf falsche Mythen in den Köpfen zurück, wenn man zum Beispiel glaube, der Täter komme als Fremder von außen ins System. „Nein, der Missbrauch kommt aus dem Inneren“, machte Mertes deutlich. Ein weiterer Mythos liege in der Aussage „Die Täter sind doch auch Opfer“. Es helfe den Betroffenen jedoch überhaupt nicht, „wenn ich auch die Täter als Opfer definiere“.

Vor dem Hintergrund seiner Erfahrung als Schulleiter am Canisius-Kolleg in Berlin und am Jesuitenkolleg St. Blasien lenkte Mertes den Blick der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Früchte der Präventionsarbeit. Sie führe zu einer „Entgiftung“ der Institution, indem Gewaltstrukturen zum Beispiel in Form von Initiationsritualen unter Jugendlichen nicht länger verharmlost würden. Durch Präventionsarbeit würden Themen ansprechbar, die früher nicht ansprechbar gewesen seien, so Mertes. „Lehrkräfte und Erzieher beginnen darüber zu sprechen, ob bestimmte Handlungsweisen pädagogisch angemessen sind oder wo zum Beispiel Unterschiede zwischen Witz und Ernst liegen.“ Diese Ansprechbarkeit führe zu einem „Qualitätssprung in der pädagogischen Arbeit“. Die Einsetzung zum Beispiel von Präventions- und Missbrauchsbeauftragten oder die Kooperation mit unabhängigen Fachstellen trage dazu bei, Angst und Überforderung abzubauen. Zudem würden Mitarbeitende aus allen Berufsgruppen durch das gemeinsame Ziel, Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen, zusammengeführt.

Professorin Mechthild Wolff: „Guter Wille allein reicht nicht“

In einer virtuellen Podiumsdiskussion stellte Professorin Mechthild Wolff von der Hochschule Landshut fest, dass für eine wirksame Prävention ein Kulturwandel, aber auch Strukturveränderungen notwendig seien. Die Kirche hat aus ihrer Sicht hier noch „riesige Baustellen“. Sie warb für mehr Bildungsarbeit, klar definierte Beschwerdeverfahren und verbindliche Mindeststandards. „Allein mit gutem Willen kommen wir nicht weiter“, so Wolff. Bischof Wiesemann sprach von einem „schmerzlichen Weg“ des Lernens. „Die Aufdeckung des Missbrauchs in der Kirche hat mich wie viele andere zunächst sprachlos gemacht. Jetzt geht es darum, dass wir sprach- und handlungsfähig werden.“ Er bekannte sich zu einem Leitungsverständnis auf Augenhöhe: „Ich brauche auch als Bischof keine Anrede mit Hochwürden oder Exzellenz.“ Pater Mertes betonte: „Es gibt keine Aufklärung ohne die ehrliche Selbsterkenntnis, dass man Hinweise schon früher hätte sehen können. Das ging auch mir so.“ Die Präventionsbeauftragten Christine Lormes und Olaf von Knobelsdorff zeigten sich erfreut, dass „die Dringlichkeit der Prävention“ inzwischen bei allen im Bistum angekommen sei. „Wir werden Schritt für Schritt besser im Hinschauen“, so ihre Überzeugung.

Heftreihe gibt praktische Hilfestellungen für die Prävention

Lormes und von Knobelsdorff stellten eine Arbeitshilfe zum Thema Prävention, bestehend aus acht Heften, vor. Sie wurde von Fachleuten in und außerhalb des Bistums für die Initiative „Sicherer Ort Kirche“ entwickelt und leitet die Einrichtungen, Verbände und Pfarreien an, ihr eigenes Präventionskonzept zu entwickeln. In den Heften geht es unter anderem um Schutz- und Risikofaktoren, Personalentwicklung, Verhaltensregeln, Beschwerdewege, Qualitätsmanagement und Interventionsmaßnahmen. Die Hefte können beim Bistum Speyer bestellt werden, stehen in digitaler Form aber auch auf der Internetseite des Bistums online.

Im Rahmen der Veranstaltung hatte Generalvikar Andreas Sturm den Werdegang der Präventionsarbeit im Bistum vorgestellt. Moderiert wurde das Treffen von RPR1-Moderator Uwe Burkert. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen der Gruppe Tacheles aus Ludwigshafen, die mit Klezmermusik immer wieder klangvolle Oasen der Unterbrechung und Vertiefung schuf.

Impulsreferat von Pater Mertes:

Kontakt:

Koordinationsstelle Prävention
Kleine Pfaffengasse 16
67346 Speyer
Tel. 06232/102-511
Mail: praevention@bistum-speyer.de

Arbeitshilfe zur Initiative „Sicherer Ort Kirche“:

https://www.bistum-speyer.de/rat-und-hilfe/hilfe-und-praevention-von-missbrauch/praeventionsbeauftragte/heftreihe/?print=102

Weitere Informationen zum Thema Prävention:

https://www.bistum-speyer.de/rat-und-hilfe/hilfe-bei-sexuellem-missbrauch/?print=102

Dokumentation der Aufarbeitung des Missbrauchs und der Prävention im Bistum Speyer:

https://www.bistum-speyer.de/rat-und-hilfe/hilfe-und-praevention-von-missbrauch/dokumentation/?print=102

22.01.2021

„Die Lieferketten müssen neu gestaltet werden“

Kirchenpräsident Schad und Bischof Wiesemann fordern Schutz der Menschenrechte

Speyer (lk/is) – In einem gemeinsamen Brief appellieren Kirchenpräsident Christian Schad, Evangelische Kirche der Pfalz, und Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Speyer, an die Bundesminister Peter Altmeister, Hubertus Heil und Gerd Müller, ein nationales Lieferkettengesetz zu verabschieden. „Aus unserer Menschenrechtsarbeit und von unseren Partnern wissen wir, dass freiwillige Maßnahmen von Unternehmen zum Schutz der Menschenrechte in der Lieferkette nicht ausreichen“, so Schad und Wiesemann.

Viele Konsumgüter unserer Wohlstandgesellschaft entstehen unter fragwürdigen Bedingungen: Betroffen sind unter anderem Kakao und Palmöl, die Herstellung von Kleidern oder die Gewinnung von Rohstoffen zum Beispiel für Autos, Mobiltelefone oder Elektrogeräte. Menschenunwürdige Bedingungen, Kinderarbeit und Sklaverei, aber auch Umweltzerstörungen begleiteten die Produktion der Erzeugnisse. „Die Lieferketten müssen daher insgesamt neu gestaltet werden, um Mensch und Umwelt zu schützen und der globalen Verantwortung gerecht zu werden, die wir als wohlhabendes Industrieland haben“, sind sich die Kirchenmänner einig.

Kirchenpräsident und Bischof zeigen sich besorgt, dass in Deutschland die Vorlage von Eckpunkten für ein nationales Lieferkettengesetz seit Monaten nicht gelingt, während sich auf europäischer Ebene im Dezember 2020 einhellig für ein europäisches Lieferkettengesetz ausgesprochen wurde – ein anspruchsvolles nationales Lieferkettengesetz würde die europäischen Ambitionen fördern.

Mit ihrem Brief knüpfen Kirchenpräsident Schad und Bischof Wiesemann an vergangene ideelle, finanzielle und organisatorische Unterstützungen für ein Lieferkettengesetz an. Sie befinden sich damit an der Seite einer breiten, bundesweiten gesellschaftlichen Basis, die aus zahlreichen weiteren Kirchengemeinden und Kirchenleitungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Gewerkschaften besteht.

22.01.2021

Begegnung zwischen Bischof und künftiger Kirchenpräsidentin

Speyer – Zu einem ersten Gespräch trafen sich am 14. Januar der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und die künftige Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz Oberkirchenrätin Dorothee Wüst. Sie war von der evangelischen Landessynode im September zur Nachfolgerin von Kirchenpräsident Dr. h. c. Christian Schad gewählt worden, der Ende Februar in den Ruhestand geht. Die persönliche Begegnung sollte dazu dienen, die seit langem enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Leitenden Geistlichen in der Pfalz fortzuführen. Zentrales Thema des Treffens zwischen Wiesemann und Wüst war die Vertiefung der ökumenischen Beziehungen zwischen den beiden Kirchen.

Dorothee Wüst wurde in Pirmasens geboren und studierte nach dem Abitur Evangelische Theologie in Mainz und Heidelberg. Anschließend war sie Vikarin in der Kirchengemeinde Imsbach mit Alsenbrück-Langmeil. Zur praktischen Vorbereitungszeit gehörte auch der Dienst an zwei Schulen und in der Öffentlichkeitsarbeit der BASF in Ludwigshafen. Als Pfarrerin wirkte Wüst in Kaiserslautern und in Weilerbach. Seit 1996 hat sie auch einen Auftrag zur Verkündigung im Rundfunk bei SWR3. Im Jahr 2012 wurde sie Dekanin in Kaiserslautern und 2018 nahm sie die Wahl zur Geistlichen Oberkirchenrätin an. Als solche ist sie für Schul- und Bildungsfragen verantwortlich sowie Gebietsdezernentin für die Westpfalz. Der Kirchenregierung gehört Wüst bisher mit beratender Stimme an. Mit Dorothee Wüst leitet erstmals eine Frau die Landeskirche in den kommenden sieben Jahren. Die Evangelische Kirche der Pfalz hat knapp 500.000 Mitglieder mit mehr als 400 Kirchengemeinden in 15 Kirchenbezirken.

Text: Bistum Speyer Foto: Klaus Landry
22.01.2021

Versöhnung unter den Menschen und Ehrfurcht vor allen Geschöpfen

Bistum und Landeskirche laden zum ökumenischen Gottesdienst für die Einheit der Christen im Speyerer Dom ein.

Speyer (lk/is) „Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen“ (Johannes 15, 8-9). Unter diesem Motto feiern Vertreter der Evangelischen Kirche der Pfalz, des Bistums Speyer und weiterer Konfessionen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen  – Region Südwest den ökumenischen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen im Speyerer Dom am Sonntag, dem 24. Januar, um 16 Uhr. Kirchenpräsident Christian Schad hält die Predigt.

In seiner Einladung weist Bischof Karl-Heinz Wiesemann darauf hin, dass Schwestern der Kommunität von Grandchamp das Motto der diesjährigen Gebetswoche ausgewählt haben: „Aufgrund ihrer ökumenischen Berufung setzen sie sich ein für Versöhnung unter den Christen und in der Menschheitsfamilie sowie für die Ehrfurcht vor allen Geschöpfen“. Die Kommunität ist eine monastische Gemeinschaft in der französischen Schweiz mit Mitgliedern aus unterschiedlichen Kirchen und verschiedenen Ländern.

Neben Kirchenpräsident Christian Schad und Bischof Karl-Heinz Wiesemann wirken Dagmar Hees, Bund Freier evangelischer Gemeinden, und Nikolaos Lucic von der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde Ludwigshafen mit. Weiterhin sind Hede Strubel-Metz, Vorstand des Katholikenrats im Bistum Speyer, Hermann Lorenz, Synodalpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, sowie Pfarrerin Christine Gölzer von der Protestantischen Dreifaltigkeitskirchengemeinde Speyer und Dompfarrer Matthias Bender von der katholischen Pfarrei Pax Christi Speyer an der Liturgie beteiligt.

Amelie Petrich (Sopran) und Daniel Schreiber (Tenor) gestalten zusammen mit Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald (Orgel und Gesamtleitung) den Gottesdienst musikalisch.

Das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) feiern seit 2009 in der Weite der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen – Region Südwest zur Eröffnung der Gebetswoche einen ökumenischen Gottesdienst, der im Wechsel im Speyerer Dom, in der Gedächtniskirche der Protestation und anderen Kirchen der Region stattfindet.

Aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen müssen die Hygienerichtlinien streng eingehalten werden und wird um eine Anmeldung per Mail unter oekumene@bistum-speyer.de oder telefonisch unter 0 6232/ 102-285 gebeten.

Der Gottesdienst im Dom wird über die Social Media Kanäle und Internetseiten von Bistum, Dom und Landeskirche übertragen.

Links zur Online-Übertragung:

https://www.youtube.com/channel/UCic61UfXuy2eYJG9aAe-uHg

22.01.2021