{"id":12594,"date":"2019-04-21T08:31:04","date_gmt":"2019-04-21T07:31:04","guid":{"rendered":"https:\/\/speyer24news.com\/?p=12594"},"modified":"2019-04-21T08:31:05","modified_gmt":"2019-04-21T07:31:05","slug":"kirche-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/speyer24news.com\/?p=12594","title":{"rendered":"Kirche"},"content":{"rendered":"<style type=\"text\/css\">\r\n\t.ads_top_disp{}\r\n\t.ads_top_corner_disp{ float:left; margin:0px 10px 10px 0px; }\r\n\t.ads_first_p_disp{}\r\n\t.ads_bottom_disp{}\r\n\t<\/style>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Predigt von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zur Osternacht 2019<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eWas sucht ihr den Lebenden bei den Toten?\u201c <\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"333\" height=\"500\" src=\"https:\/\/speyer24news.com\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Bischof-Karl-Heinz-Wiesemann-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12595\" srcset=\"https:\/\/speyer24news.com\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Bischof-Karl-Heinz-Wiesemann-2.jpg 333w, https:\/\/speyer24news.com\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Bischof-Karl-Heinz-Wiesemann-2-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 333px) 100vw, 333px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder! <\/p>\n\n\n\n<p>Noch stehen uns die schockierenden Bilder dieser Woche lebendig vor Augen: die Bilder von der brennenden Kathedrale Notre Dame in Paris. Die zerst\u00f6rerische Kraft dieses Feuers trifft uns alle ins Mark, denn Notre Dame ist mehr als ein herausragendes gotisches Bauwerk. Es ist das Gotteshaus unserer franz\u00f6sischen Nachbarn und Freunde, Symbol ihres Glaubens und ihrer nationalen Identit\u00e4t. <\/p>\n\n\n\n<p>Mich besch\u00e4ftigt dieses Bild der brennenden Kirche. Wie viele kommen zu mir oder schreiben mir ihre brennenden Sorgen, \u00fcber die im ganz anderen Sinn brennende Kirche in unserem Land, \u00fcber den gewaltigen Vertrauensverlust, den sie in unseren Tagen erleidet, \u00fcber die massiven Verunsicherungen, die bis hinein in den innersten Kern der Gl\u00e4ubigen reichen, \u00fcber den erdrutschartigen Verlust an Glaubw\u00fcrdigkeit und Glauben bei so vielen Menschen. St\u00fcrzt nicht so vieles, was bis vor kurzem noch sicher und ewig zu stehen schien, haltlos in sich zusammen? Nicht wenigen geht es so wie den Emmausj\u00fcngern, die aus Jerusalem fortlaufen, weil sie in ihren Hoffnungen zutiefst entt\u00e4uscht sind. <\/p>\n\n\n\n<p>So stehen wir hier in dieser Osternacht mit unseren Lichtern in den H\u00e4nden und schauen fragend auf den Herrn der Kirche: Kannst du, Herr, deiner Kirche wieder Leben einhauchen, sie von Grund auf erneuern? Den Tempel wieder aufbauen mit deinem Leib und f\u00fcllen mit deinem Heiligen Geist?<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei wird uns klar: Die Auferstehung Jesu ist nicht nur ein Ereignis vor 2000 Jahren, das von au\u00dfen durch den Bericht der Evangelien an uns herangetragen wird. Sie ist etwas, das immer neu im Innersten der Kirche selbst, ja, in einem jeden von uns geschieht, aufbricht, als innere Macht und Kraft, die uns mit hineinnimmt in das Lebensgeheimnis Jesu Christi, in seine Nachfolge. Wir sind auf seinen Tod und seine Auferstehung getauft. In uns lebt und wirkt sein Geist, die Macht seines Lebens, das st\u00e4rker ist als der Tod.<\/p>\n\n\n\n<p>2000 Jahre Kirchengeschichte \u2013 2000 Jahre, in denen immer wieder die Kirche \u00fcber ihr eigenes Versagen gest\u00fcrzt ist und sich der eigenen Nichtigkeit von au\u00dfen wie von innen her bewusst wurde. In solchen Augenblicken wird ihr wieder das Wort des Herrn bis in ihre Existenzgrundlage hinein deutlich: \u201eGetrennt von mir k\u00f6nnt ihr nichts vollbringen.\u201c (Joh 15,5) <\/p>\n\n\n\n<p>Aber dann sehen wir auch, wie in diesen 2000 Jahren immer wieder neu der Geist Jesu in Menschen erwacht ist, manchmal von au\u00dfen kommend, manchmal aus dem Inneren der Kirche. Wir sehen, wie er neue Lebenskraft entfaltet, das Antlitz der Kirche wieder zum Leben erweckt, sie umgestaltet und zu einem neuen Werkzeug in der Hand Gottes bereitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Auferstehung Jesu ist es wie mit einem Feuer, das einfach nicht zu l\u00f6schen ist. Das ist kein Feuer, das vernichtet, verbrannte Erde, zusammengebrochene Wirklichkeiten hinterl\u00e4sst \u2013 am Ende nur kalte Asche und \u00e4tzenden Rauch. Nein, das Feuer der Auferstehung, das seit 2000 Jahren in dieser Welt lodert, ist Licht und W\u00e4rme gerade dort, wo alles in Todesstarre verharrt und scheinbar nur die kalte Asche verbleibt. Es beginnt nicht im Tempel von Jerusalem, sondern auf der Sch\u00e4delst\u00e4tte Golgotha. Es offenbart sich als Leben, Mut, Trost, Zuversicht, Freude, Kraft und Leidenschaft. Als Erfahrung von Gemeinschaft, Solidarit\u00e4t, Hingabe, Liebe, Wachstum und Neuaufbau.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist die Stunde, liebe Schwestern und Br\u00fcder, auf den lebendigen Geist des Auferstandenen zu vertrauen, auf die wie das Morgenlicht heranbrechende Wirklichkeit seiner Auferstehung, die jeden von uns hier und heute zu Tr\u00e4gern seines Feuers machen will. Dieses ganz andere Feuer haben wir heute Abend in unseren Dom hineingetragen, die Lichter, die wir behutsam in unseren H\u00e4nden halten und die wir an der Osterkerze, dem Symbol f\u00fcr den auferstandenen Christus, entz\u00fcndet haben. Auch dieses Feuer verbreitet sich in der ganzen Kathedrale, aber so, dass es nicht zerst\u00f6rt, sondern vielmehr die uralten Steine zum Leuchten bringt und Licht und W\u00e4rme hineintr\u00e4gt in unsere Dunkelheit. Das ist das Feuer, das der auferstandene Herr in unseren Herzen entz\u00fcnden will, damit seine Botschaft vom Sieg des Lebens \u00fcber den Tod in alle Welt getragen wird und den Menschen Hoffnung, Trost und Lebenskraft gibt. Feuer, das nicht vernichtet, sondern Leben spendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, aus diesem Feuer heraus, das keine Macht dieser Welt ersticken kann, das immer wieder als Hoffnungsfunke und vision\u00e4rer Mut in unserer Welt ausbricht und der Menschheit die Kraft gibt, an die Zukunft zu glauben, leben wir. Daher ist es wirklich an der Zeit, neu auf den Geist Jesu zu vertrauen. Darauf zu vertrauen, dass er uns in unserer Zeit neu entflammen m\u00f6chte \u2013 wie die entt\u00e4uschten J\u00fcnger, die der Stadt Gottes den R\u00fccken gekehrt haben, aber vom Auferstandenen auf ihrem Weg geheimnisvoll wieder im Inneren ergriffen werden: \u201eBrannte nicht das Herz in unserer Brust, als er unterwegs mit uns redete\u2026?\u201c (Lk 24,32) <\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb brauchen wir gerade jetzt Menschen, die f\u00fcr den Neuaufbau der Kirche im Geist des Auferstandenen sich entflammen lassen. Wir brauchen gemeinsame synodale Wege in der Kirche, Gespr\u00e4che, leidenschaftliche Diskussionen, Visionen, wie sie uns der Geist eingibt, Mut, auch Spannungen miteinander auszuhalten \u2013 und vor allem: Vertrauen in den Heiligen Geist, in die Wirklichkeit der Auferstehung, in die heilsame Gegenwart des Auferstandenen inmitten seiner Kirche. \u00c4ngstlichkeit, Abwehr, starres Festhalten, Sich-Verschlie\u00dfen hinter sicher gemeinten Mauern \u2013 all das hilft nicht nur nichts. Es w\u00e4re meines Erachtens nach auch eine S\u00fcnde gegen den Heiligen Geist, den wir ja bereits in Taufe und Firmung empfangen haben. Das Feuer des Auferstandenen dringt durch diese Mauern und T\u00fcren hindurch, wie am Auferstehungstag, wie am Pfingsttag.<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, Ostern, das ist nicht nur die Auferstehung Jesu Christi. Das ist auch unsere je eigene Auferstehung, das sich in uns und durch uns ausbreitende Feuer der lebendigen Gegenwart Gottes. Ostern bewirkt im Bad der Taufe immer neu die Auferstehung der ganzen Kirche, die mit dem \u00f6sterlichen Geheimnis einen unersch\u00f6pflichen Lebensquell in sich tr\u00e4gt. Sie tr\u00e4gt den Geist dessen in sich, der gesagt hat: \u201eIch bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, wie froh w\u00e4re ich, w\u00fcrde es schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und ich bin sehr bedr\u00fcckt, solange sie noch nicht vollzogen ist.\u201c (Lk 12,49f)<\/p>\n\n\n\n<p>So werden wir jetzt gleich unsere Taufe mit den brennenden Kerzen in unseren H\u00e4nden erneuern und uns neu aussenden lassen in der Kraft des Heiligen Geistes. Zuvor aber ist es eine gro\u00dfe Freude, dass wir einen jungen Menschen, Erstkommunionkind in der Pfarrei Pax Christi, durch das Bad der Taufe mit aufnehmen in unsere gro\u00dfe Gemeinschaft. In die Gemeinschaft all derer, die in das Geheimnis von Tod und Auferstehung Jesu hineingenommen sind und es als ihr Lebensgeheimnis, als die Kraftquelle ihres Lebens, als in ihrem Herzen brennendes Feuer in ihrem Inneren wie ein Siegel tragen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas sucht ihr den Lebenden bei den Toten?\u201c fragt der Engel die Frauen, die in der Morgenfr\u00fche zum Grab gekommen sind. Nein, wir sollen nicht auf die Asche schauen, sondern auf die Glut, mit der das Leben immer wieder neu beginnt. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Es gilt das gesprochene Wort<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Bistum Speyer<br>21.04.2019<\/em> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Predigt von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zur Osternacht 2019 \u201eWas sucht ihr den Lebenden bei den Toten?\u201c Liebe Schwestern und Br\u00fcder! 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