{"id":31692,"date":"2020-12-15T08:19:20","date_gmt":"2020-12-15T07:19:20","guid":{"rendered":"https:\/\/speyer24news.com\/?p=31692"},"modified":"2020-12-15T08:19:21","modified_gmt":"2020-12-15T07:19:21","slug":"brief-von-sabrina-woehlert-leiterin-der-kita-wola-an-detlef-placzek-praesident-des-landesamtes-fuer-soziales-jugend-und-versorgung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/speyer24news.com\/?p=31692","title":{"rendered":"Brief von Sabrina W\u00f6hlert, Leiterin der Kita WoLa an Detlef Placzek, Pr\u00e4sident des Landesamtes f\u00fcr Soziales, Jugend und Versorgung"},"content":{"rendered":"<style type=\"text\/css\">\r\n\t.ads_top_disp{}\r\n\t.ads_top_corner_disp{ float:left; margin:0px 10px 10px 0px; }\r\n\t.ads_first_p_disp{}\r\n\t.ads_bottom_disp{}\r\n\t<\/style>\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Situation in den Kitas<\/strong> (nicht nur) in Speyer<\/h2>\n\n\n\n<p>Sehr geehrter Herr Pr\u00e4sident Placzek, <\/p>\n\n\n\n<p>mein Name ist Sabrina W\u00f6hlert und ich leite in Speyer die gr\u00f6\u00dfte st\u00e4dtische Kindertagesst\u00e4tte. Seit acht Jahren begegnen mir als Leiterin einer Bildungseinrichtung immer wieder gro\u00dfe Herausforderungen. T\u00e4glich bin ich mir meiner gro\u00dfen Verantwortung bewusst. Auch w\u00e4hrend der gr\u00f6\u00dften Herausforderung in meinen Berufsjahren &#8222;Corona&#8220; werde ich keinen Tag m\u00fcde, meinen Beruf gerne auszuf\u00fchren. Doch die Situation besonders in den letzten 14 Tagen in Speyer l\u00e4sst mich jeden Tag hadern. Der Inzidenzwert in unserer kreisfreien Stadt liegt am heutigen Tag bei 391,6. Jeden Abend, wenn ich die Nachrichten schaue, treibt es mir die Tr\u00e4nen in die Augen und ich werde w\u00fctend, denn ich sehe in diesen Nachrichten Politiker, die erz\u00e4hlen, dass die Kitas weiterhin im Regelbetrieb sind. Jeden Tag und unz\u00e4hlige schlaflose N\u00e4chte \u00fcberlege ich wie ich<\/p>\n\n\n\n<ol><li>morgens mein Team motiviere, weiterhin gro\u00dfartige p\u00e4dagogische Arbeit zu leisten und ohne Schutz in einer Gruppe mit 22 Kindern weiter zu arbeiten<\/li><li>alle Hygienerichtlinien und Vorgaben umsetze<\/li><li>einen Dienstplan gestalte, der den Betrieb einigerma\u00dfen aufrecht erh\u00e4lt<\/li><li>mich reflektiere, wenn mich unz\u00e4hlige Eltern hilflos und w\u00fctend am Telefon anschreien<\/li><li>es schaffe, alle Anfragen, Statistiken und so weiter meinem Tr\u00e4ger p\u00fcnktlich abzuliefern uvm.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>10- 12 Stunden-Arbeitstage und Einsatz am Wochenende, um Elternbriefe zu versenden etc., sind leider keine Seltenheit mehr. Aber wie soll das alles f\u00fcr die p\u00e4dagogischen Fachkr\u00e4fte weiter gehen? Unz\u00e4hlige Kinder sind krank, infekti\u00f6s&#8230; sind es nur die bekannten Schnupfennasen oder doch Corona? Erzieherinnen und Erzieher, die zur Risikogruppe z\u00e4hlen, schwanger sind, Urlaub haben, an Covid erkrankt sind oder einfach so krank sind, fallen t\u00e4glich aus. Dazu kommen st\u00e4ndige Quarant\u00e4nen meiner Fachkr\u00e4fte oder deren minderj\u00e4hrigen Kindern. Jeden Tag muss ich anderen Eltern aus unseren drei Bereichen Krippe, Kindergarten und Hort informieren, dass heute der Notfallplan wieder eintritt. Seit Wochen schaffen wir es nicht mehr, die \u00d6ffnungszeiten zu gew\u00e4hrleisten. Einzelne Gruppen sind h\u00e4ufig im Notbetrieb und manche sogar ganz geschlossen. Besonders die Eltern der systemrelevanten Berufe stehen st\u00e4ndig verzweifelt am Tor vor mir. Pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che sind mit Abstand und Maske schon lange nicht mehr intensiv m\u00f6glich. Meine Teammitglieder und unz\u00e4hlige Leitungs-Kolleginnen und -Kollegen \u00fcberlegen sich st\u00e4ndig kreative M\u00f6glichkeiten Kinder, Eltern und MitarbeiterInnen bei Laune zu halten. Trotz schlechter EDV-Ausstattung in den meisten Kitas ist jetzt sich keine Leiterin zu schade, Videokonferenzen bis sp\u00e4t in den Abend mit dem Elternausschuss von zu Hause abzuhalten. Transparent versuchen wir darzustellen, welche Situation gerade in den Kitas ist. Aber wie sollen das Eltern verstehen, wenn jeden Tag in den Medien alles anders dargestellt wird? Und nicht zu guter Letzt Sie als unsere Aufsichtsbeh\u00f6rde mit Ihren Elternbriefen die Situation besch\u00f6nigen? Warum haben wir zur jetzigen Zeit schlechtere Rahmenbedingungen in den Kitas wie beim Lockdown im Fr\u00fchjahr? Warum gibt man der Stadt keinen Spielraum, bei so einem schlechten Inzidenzwert den Rechtsanspruch auf Betreuung auszusetzen? So k\u00f6nnten wieder in engen Settings die Notgruppen  Stadtverwaltung Speyer Abt. Kindertagesst\u00e4tten\/ Kindertagespflege Brief vom 09.12.2020 Seite 2 eingef\u00fchrt werden, die Kontakte w\u00e4ren wirklich beschr\u00e4nkt, das Personal ausreichend und Eltern von systemrelevanten Berufen h\u00e4tten wieder eine kontinuierliche und stabile Betreuung! Jeden Abend frage ich mich, warum man m\u00f6chte, dass das System Kita gerade so stark von unten kollabiert. Vielleicht haben Sie eine Antwort darauf f\u00fcr mich?<\/p>\n\n\n\n<p>Und falls Sie denken, dies ist nur meine pers\u00f6nliche Meinung und ein Einzelfall, bin ich mir sicher, dass unz\u00e4hlige Leitungskr\u00e4fte verschiedenster Tr\u00e4gerschaften in Speyer diese Situation best\u00e4tigen k\u00f6nnten. Sehr gerne kommen wir mit Ihnen hierzu auch pers\u00f6nlich &#8211; nat\u00fcrlich mit Abstand &#8211; ins Gespr\u00e4ch.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen aus Speyer, wo sich die Lage leider nicht nur in den Kitas dramatisch zuspitzt&#8230; <\/p>\n\n\n\n<p><em>Sabrina W\u00f6hlert<br>09.12.2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Situation in den Kitas (nicht nur) in Speyer Sehr geehrter Herr Pr\u00e4sident Placzek, mein Name ist Sabrina W\u00f6hlert und ich leite in Speyer die gr\u00f6\u00dfte st\u00e4dtische Kindertagesst\u00e4tte. 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