{"id":38068,"date":"2021-06-20T06:12:58","date_gmt":"2021-06-20T05:12:58","guid":{"rendered":"https:\/\/speyer24news.com\/?p=38068"},"modified":"2021-06-20T06:12:59","modified_gmt":"2021-06-20T05:12:59","slug":"zoo-landau-35","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/speyer24news.com\/?p=38068","title":{"rendered":"Zoo Landau"},"content":{"rendered":"<style type=\"text\/css\">\r\n\t.ads_top_disp{}\r\n\t.ads_top_corner_disp{ float:left; margin:0px 10px 10px 0px; }\r\n\t.ads_first_p_disp{}\r\n\t.ads_bottom_disp{}\r\n\t<\/style>\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"530\" height=\"126\" src=\"https:\/\/speyer24news.com\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Zoo-Landau.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-25710\" srcset=\"https:\/\/speyer24news.com\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Zoo-Landau.png 530w, https:\/\/speyer24news.com\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Zoo-Landau-300x71.png 300w\" sizes=\"(max-width: 530px) 100vw, 530px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zoos weisen Tierarzneimittelgesetz als ungeeignet zur\u00fcck \u2013 Neu geplante Gesetzgebung f\u00fchrt zu Therapienotstand und gef\u00e4hrdet den Tierschutz<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"800\" height=\"571\" src=\"https:\/\/speyer24news.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Klauenbehandlung-bei-einem-narkotisierten-exotischen-Watussirind_Zoo-Landau-002.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-38069\" srcset=\"https:\/\/speyer24news.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Klauenbehandlung-bei-einem-narkotisierten-exotischen-Watussirind_Zoo-Landau-002.jpg 800w, https:\/\/speyer24news.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Klauenbehandlung-bei-einem-narkotisierten-exotischen-Watussirind_Zoo-Landau-002-300x214.jpg 300w, https:\/\/speyer24news.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Klauenbehandlung-bei-einem-narkotisierten-exotischen-Watussirind_Zoo-Landau-002-768x548.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Bei Wildtieren oder exotischen Nutztierrassen in Zoos k\u00f6nnen fachgerechte Narkosen oder Behandlungen oft nur mit speziellen Medikamenten durchgef\u00fchrt werden.<br><em>Foto: Zoo Landau<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Mit Bezug auf eine j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichte Pressemitteilung des Verbandes der Zoologischen G\u00e4rten (VdZ), dem der Zoo Landau in der Pfalz als wissenschaftlich geleiteter Zoo angeh\u00f6rt, kritisiert auch Landaus Zoodirektor und Zootierarzt Dr. Jens-Ove Heckel einen aktuellen Gesetzentwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums massiv und weist ihn als fachlich unausgereift zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Pr\u00e4sident des Zoo-Verbandes, Prof. Dr. J\u00f6rg Junhold, selbst ebenfalls promovierter Tierarzt und Zoodirektor in Leipzig macht deutlich: \u201eWenn das neue Tierarzneimittelgesetz so kommt, wie momentan vom Ministerium vorgeschlagen, ist das ein ganz bewusst in Kauf genommener R\u00fcckschritt f\u00fcr den Tierschutz!\u201c Im Kreis der Zoo- und Wildtier\u00e4rzte ist man sich insgesamt einig, dass angesichts der zahlreichen und \u00fcber viele Jahre formulierten Hinweise seitens der Veterin\u00e4re und verschiedener Verb\u00e4nde jedwedes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Nichtber\u00fccksichtigung der Fachexpertise seitens der Regierung fehlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei dem Gesetzentwurf, der wahrscheinlich in der kommenden Woche in zweiter und dritter Lesung im Bundestag behandelt werden soll, entz\u00fcndet sich die Kritik der Zoogemeinschaft an zwei entscheidenden Punkten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum einen geht es um den Zugang zu hochwirksamen Narkosemitteln f\u00fcr Tiere. \u201eWenn Tiere bet\u00e4ubt werden m\u00fcssen, funktioniert das generell wie bei Menschen: Die schnelle Einleitung einer Tiefschlafphase ist die schonendste Variante f\u00fcr den Patienten\u201c, so die Fachleute. \u201eAnders als in der Humanmedizin haben Zoo- und Wildtiermediziner aber eine enorme Bandbreite an Spezies mit den unterschiedlichsten Rezeptoren f\u00fcr eingesetzte Substanzen. Das hei\u00dft, was f\u00fcr ein Rind zu einer sofortigen Bet\u00e4ubung f\u00fchrt, kann selbst ein kleineres Schwein noch nicht einmal verlangsamen.\u201c Vor dem Hintergrund von rund 200.000 Wirbeltieren allein in den Zoos des Verbandes sei es wichtig, immer genau die richtigen Mittel parat zu haben, um Tiere und Mitarbeiter nicht unn\u00f6tigen Gefahren auszusetzen. Allerdings wird das neue Gesetz dies im gro\u00dfen Umfang verhindern, denn oft genug kommen die fachlich anerkannten Mittel aus sogenannten Drittl\u00e4ndern \u2013 also von au\u00dferhalb der EU. Nicht wegen ihrer Eignung, die fachlich \u00fcberhaupt nichts zur Diskussion steht, sondern allein wegen ihrer Herkunft d\u00fcrften sie mit der G\u00fcltigkeit des neuen Gesetzes nicht nach Deutschland eingef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders frappierend: W\u00e4hrend es auf EU-Ebene \u00e4hnlich vorgegeben ist, wird dort aber ab dem 1. Januar der sogenannte Therapienotstand anerkannt werden. Das hei\u00dft, dass im Falle von Mitteln ohne wirksame Alternativen aus EU-L\u00e4ndern dennoch auf die Produkte aus Drittl\u00e4ndern zur\u00fcckgegriffen werden darf. \u201eDass wir das im vorliegenden Gesetzentwurf nach jahrelangen Hinweisen nicht hinbekommen, ist in meinen Augen ein Armutszeugnis f\u00fcr das Zooland Deutschland\u201c, sagt Verbandspr\u00e4sident Junhold. \u201eStatt \u2013 wie weltweit \u00fcblich \u2013 die besten und sichersten Medikamente f\u00fcr unsere Tiere einsetzen zu k\u00f6nnen, sollen wir es mit hohen Dosen anderer Mittel probieren? Um zu riskieren, dass das Tier nur halb bet\u00e4ubt ist, unter Umst\u00e4nden bei langwieriger Einleitung krampft oder gleich gar nicht mehr aus der Narkose aufwacht, da auch die bekannten Gegenmittel nicht importiert werden d\u00fcrfen?&nbsp; Eine sichere und schnelle Bet\u00e4ubung von Zoo- und Wildtieren ist absolut im Sinne des Tieres und hat f\u00fcr uns Experten einen hohen Stellenwert, der offenbar in der politischen Betrachtung keine Ber\u00fccksichtigung fand.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zoogemeinschaft ist frustriert, weil der beschriebene Zustand schon ein paar Jahre anh\u00e4lt und mit dem neuen Tierarzneimittelgesetz \u2013 wie immer wieder in Aussicht gestellt \u2013 endlich ein Ende finden sollte. \u201eDas hei\u00dft also, entweder handelt der Tierarzt nach bestem Wissen und Gewissen und steht damit mit mindestens einem Bein im Gef\u00e4ngnis oder er riskiert ganz bewusst das Wohlbefinden und Leben seiner Patienten und Mitarbeiter\u201c, sind sich Heckel und Junhold einig.<\/p>\n\n\n\n<p>Der zweite gro\u00dfe Kritikpunkt entz\u00fcndet sich an der Einordnung von Zootieren durch den Gesetzesentwurf als potenzielle Lebensmittel. \u201eMan will verst\u00e4ndlicherweise verhindern, dass Tiere, denen bestimmte Medikamente gegeben wurden, verzehrt werden\u201c, erg\u00e4nzt Sven Hammer, Pr\u00e4sident des Verbands der Zootier\u00e4rzte und Tierparkdirektor (VZT) in G\u00f6rlitz. \u201eUnd nat\u00fcrlich sind auch unsere Wisente, Yaks und Bisons letzten Endes Rinder, aber selbstverst\u00e4ndlich werden diese niemals auf einem Teller landen.\u201c Weil sie dennoch vom Ministerium als potenzielle Nahrung eingestuft werden, bleibt eigentlich nur der R\u00fcckgriff auf f\u00fcr Nutztiere zugelassene Mittel mit beschr\u00e4nkter Wirkung. \u201eDas beeindruckt dann einen Bison eher kaum\u201c, sagt Hammer.<\/p>\n\n\n\n<p>Was der Entwurf des Ministeriums auch negiere sei, dass Tiere in Zoos in der Regel deutlich \u00e4lter als normale Nutztiere werden. Das hei\u00dft auch typische Alterserscheinungen m\u00fcssen ad\u00e4quat behandelt werden k\u00f6nnen. Und es tue in der Seele weh, wenn man ein Yak, Bison oder Rind einer alten oder exotischen Nutztierrasse mit Arthrose eben nicht behandeln d\u00fcrfe, wie es fachlich richtig w\u00e4re, sondern unn\u00f6tigem Leiden zugeschaut werden m\u00fcsse. Vor dem Hintergrund einer bereits lange funktionierenden Ausnahmeregelung f\u00fcr Pferde und Kaninchen fragen sich die spezialisierten Tiermediziner, warum die Zootiere derartig anders behandelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Botschaft der zoologischen G\u00e4rten an die politischen Entscheider ist eindeutig. \u201e\u00dcberarbeiten Sie den Entwurf bitte mit Augenma\u00df\u201c, sagt VdZ-Pr\u00e4sident Junhold in Richtung des Ministeriums. \u201eWir wollen nur das Beste f\u00fcr unsere Tiere, also lassen Sie bitte international g\u00fcltige Therapiestandards auch in Deutschland zu.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Zoo Landau in der Pfalz<br>20.06.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Zoos weisen Tierarzneimittelgesetz als ungeeignet zur\u00fcck \u2013 Neu geplante Gesetzgebung f\u00fchrt zu Therapienotstand und gef\u00e4hrdet den Tierschutz Mit Bezug auf eine j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichte Pressemitteilung des Verbandes der Zoologischen G\u00e4rten (VdZ), dem der Zoo Landau in <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/speyer24news.com\/?p=38068\" title=\"Zoo Landau\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":3,"featured_media":36650,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[58,12228,4863,6404,142,584],"aioseo_notices":[],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/speyer24news.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38068"}],"collection":[{"href":"https:\/\/speyer24news.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/speyer24news.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/speyer24news.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/speyer24news.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38068"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/speyer24news.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38068\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38070,"href":"https:\/\/speyer24news.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38068\/revisions\/38070"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/speyer24news.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/36650"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/speyer24news.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38068"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/speyer24news.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38068"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/speyer24news.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38068"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}